Yellowstone-spin-offs: mehr als nur ein neustart?

Die Nachricht schlug ein wie eine Bombe: Während die finale Staffel von Yellowstone in einem Sturm der Enttäuschung endete, waren hinter den Kulissen bereits die Planungen für neue Ableger in vollem Gange. Nun scheinen die ersten Details über Marshals und Dutton Ranch ans Licht zu kommen – und werfen Fragen auf, ob die Fans wirklich das bekommen, was sie sich ersehnen.

Der deal, der alles veränderte

David Glasser, CEO von 101 Studios, soll bereits im Sommer 2024, lange bevor die finale Staffel überhaupt in aller Munde war, über mögliche Spin-offs nachgedacht haben. Showrunner Spencer Hudnut berichtet, Glasser habe ihn direkt gefragt, ob er lieber eine Serie über Kayce Dutton oder Beth Dutton sehen wolle. Und wie es Glasser eben so pflegt, will er offenbar beides auf die Bildschirme bringen. Das klingt nach einem ambitionierten Plan, der jedoch die Frage aufwirft: Braucht es wirklich zwei Spin-offs, oder wäre eine intelligente Verknüpfung der Charaktere die bessere Lösung?

Die Fans sehnen sich nach mehr. Nach dem umstrittenen Ende von Yellowstone ist der Wunsch groß, zumindest einen Teil der geliebten Charaktere wiederzusehen. Die Frage ist jedoch, ob Marshals, mit Luke Grimes in der Hauptrolle, und Dutton Ranch, das mit Cole Hauser und Kelly Reilly zurückkehrt, diesen Wunsch erfüllen können, ohne den Geist der Originalserie zu verfälschen.

Ein neuanfang oder ein déjà-vu?

Ein neuanfang oder ein déjà-vu?

Marshals hat zwar beim Publikum Anklang gefunden, die Kritiken waren jedoch durchwachs. Mit einem Zuschauer-Score von lediglich 28 Prozent auf Rotten Tomatoes hinkt die Serie deutlich hinter anderen Taylor Sheridan-Produktionen wie Landman und Lioness her. Der fehlende Sheridan-Touch ist spürbar; Hudnut und sein Team haben Kayces Geschichte in eine konventionelle Law-Enforcement-Procedural verwandelt – ein deutlicher Kontrast zu der komplexen Charakterentwicklung und den epischen Landschaften, die Yellowstone auszeichneten.

Dutton Ranch hingegen scheint stärker auf die Fortsetzung des Yellowstone-Stils ausgerichtet zu sein. Mit Sheridan als Autor und Christina Alexandra Voros, Regisseurin von The Madison, an der Spitze, wird erwartet, dass diese Serie die düstere Atmosphäre und die intensiven Beziehungen der Originalserie beibehält. Voros betonte in einem Interview, dass die Spin-offs wie „eigene Satelliten“ in einem größeren Universum existieren sollen und auf „Synergie“ setzen. Ob das bedeutet, dass ein Crossover bereits in Planung ist, bleibt jedoch offen – oder ob lediglich bürokratische Hürden den Fortschritt behindern.

Die Rechte an der Originalserie liegen weiterhin bei Peacock, was die Möglichkeiten für ein gemeinsames Projekt weiter erschwert. Doch eines ist klar: Die Fans wollen mehr Yellowstone, vielleicht nicht unbedingt in Form eines direkten Nachfolgers, sondern in einer intelligenten Fortsetzung, die die Charaktere wiedervereint und die offenen Fragen beantwortet. Wie John Dutton einst sagte: „Du gehörst zu diesem Ranch, bis du stirbst.“ Ein Vermächtnis, das in den Spin-offs weiterleben sollte – und nicht in isolierten Geschichten.