Snl erobert großbritannien: tina fey begeistert mit satirischem debüt
London hat sich einen neuen Comedy-Abend verschrieben. Saturday Night Live, das amerikanische Urgestein der Satire, hat mit SNL UK endlich seinen Weg über den Atlantik gefunden und sorgt für Aufsehen. Das Debüt am 21. März auf Sky One (und Peacock in den USA) war ein vielversprechender Startschuss, der die Frage aufwirft: Kann die britische Version dem Original wirklich das Wasser reichen?

Ein amerikanischer star im britischen rampenlicht
Die Wahl von Tina Fey als erste Hostin war dabei ein klares Statement. Die geborene Pennsylvanierin, bekannt aus Mean Girls und Veep, glänzte nicht nur mit ihrem Charme, sondern auch mit einer messerscharfen Beobachtungsgabe, die die kulturellen Unterschiede zwischen den USA und Großbritannien humorvoll ausleuchtete. Während SNL bereits in Ländern wie Italien, Japan und Frankreich Fuß gefasst hat, kommt SNL UK dem amerikanischen Vorbild näher als jede andere internationale Adaption.
Das Programm bot eine Mischung aus bekannten Elementen und neuen Ideen. Die Parodie auf Sir Keir Starmer, der sich in einer politischen Zwickmühle befindet, sorgte für Gelächter, genauso wie der Versuch, eine britische Version von Weekend Update zu präsentieren. Ein besonders skurriles Segment war der Werbespot für ein Hautpflegeprodukt, das angeblich so wirkungsvoll ist, dass Partner aufgrund der jugendlichen Ausstrahlung der Nutzer verhaftet werden – eine scharfe Satire auf Schönheitsideale und deren Konsequenzen.
Doch es war Tina Feys Monolog, der den Abend ausmachte. Sie zerlegte das 50-jährige amerikanische Traditionsspektakel SNL für das britische Publikum und verhandelte auf amüsante Weise die Frage, warum überhaupt eine Amerikanerin das erste UK-Format moderiert. Die Einblendung von Nicola Coughlan (bekannt aus Bridgerton), die Fey neckisch darauf hinwies, dass ein britischer Star angemessener wäre – und die darauf folgende, humorvolle Verwechslung von Schottland mit Großbritannien – zeigten die kreative Energie des neuen Formats.
Das Auftauchen von Michael Cera, dem kanadischen Schauspieler, sorgte für weitere Lacher, als er sich ungeniert mit dem Thema Zensur auseinandersetzte. Der freimütige Umgang mit derben Ausdrücken, der aufgrund der britischen watershed-Regel möglich ist, stellt einen deutlichen Kontrast zur US-amerikanischen Version dar. Der Abschluss mit Graham Norton, der für seine Fähigkeit bekannt ist, amerikanische Stars für ein britisches Publikum zugänglich zu machen, rundete das Ganze ab.
Ob SNL UK sich zu einer eigenständigen britischen Comedy-Institution entwickeln wird oder lediglich eine amerikanisch geprägte Show bleibt, bleibt abzuwarten. Fest steht: Der Debüttag hat bewiesen, dass das Format Potenzial hat und die Zuschauer mit einem humorvollen Blick auf die transatlantische Kulturbeziehung unterhält. Die erste Folge war ein humorvoller Kommentar zur kulturellen Verschiebung – ein witziger Spiegel, der uns beide Seiten zeigt, wie wir wirklich sind.
