Nathan lane: vom sidekick zum star – mit high heels und selbstironie
Er war die Comic Relief, die Sidekick-Figur, die man lieb hatte, aber nicht ernst nahm. Doch jetzt steht Nathan Lane im Rampenlicht – und das oft auch noch ohne Hose. Der Mann, der bald 50 Jahre alt wird, feiert einen Triumph, der so überraschend ist wie seine Bühnenauftritte in Apron und High Heels.
Die geburt einer legende (mit einem augenzwinkern)
Schon vor vier Jahren sorgte Lane mit seiner Darstellung des Nathan Detroit in der Broadway-Revival-Produktion von Guys and Dolls für Aufsehen. Doch der wahre Durchbruch kam ein Jahr später, in Terrence McNallys Love! Valour! Compassion! Dort betrat er die Bühne – in einem Apron und High Heels – und lieferte einen Auftritt ab, der das Publikum begeisterte. Eine Szene, die er kurz darauf auch noch bei den Tony Awards wiederholte und dabei „I Feel Pretty“ sang, während er sich selbst ironisch im Rampenlicht präsentierte.
„Terrence wollte ursprünglich, dass ich nackt auf die Bühne komme“, gestand Lane kürzlich. „Aber ich habe gesagt, das geht nicht. Ich brauchte etwas. Einen Apron. High Heels. Und ich war natürlich nicht wirklich nackt darunter. Ein String, das war’s.“ Diese Mischung aus Mut, Selbstironie und schrägem Humor ist Lane’s Markenzeichen.
Er wird oft mit Jackie Gleason und Zero Mostel verglichen, wegen seiner theatralischen Kraft, seiner körperlichen Präsenz und seiner Fähigkeit, sich in Rollen jeglicher Größe zu verwandeln. Sein Gewicht schwankt dabei angeblich um 30 bis 40 Kilo, aber er sagt selbst: „Ich bin tief im Herzen ein großer, fetter Mann.“

Pseudolus und die leinwand
Jetzt schlüpft Lane in die Rolle des Pseudolus in Stephen Sondheims A Funny Thing Happened on the Way to the Forum – eine Rolle, die einst Zero Mostel verkörperte. Regisseur Jerry Zaks schwärmt: „Nathan besitzt diese unerschrockene Art, die die großen Komiker auszeichnet.“
Und dann gibt es da noch The Birdcage, sein erster großer Filmauftritt. In dem Remake des französischen Klassikers spielt er Albert, eine temperamentvolle Drag Queen, die mit Robin Williams ein schillerndes Paar bildet. Als er den Trailer sah, war er zunächst schockiert: „Ich dachte, was ist hier los? Mein Name steht da nach Robin Williams und Gene Hackman!“
Doch es ist genau das, was ihn ausmacht: Ein Mann, der sich selbst nicht zu ernst nimmt, der mit Witz und Selbstironie seine Ängste überwindet und der dem Publikum stets ein Lachen entlockt. Denn wie Lane einmal sagte: „Ich bin nur ein verzweifelter, bedürftiger kleiner Mann. Ich will, dass alle lachen.“ Und das tut er – mit Stil, Humor und einem Augenzwinkern. Seine Karriere ist der Beweis: Manchmal braucht es eben einen Mann in Apron und High Heels, um zum Star zu werden.
