Michael jackson: biopic spaltet – kommt teil 2 mit den dunklen seiten?
Der Hype um den neuen Michael Jackson-Biopic „Michael“ ist ungebrochen: Fans feiern, tanzen und schlüpfen in Thriller-Jacken. Doch hinter der glitzernden Fassade der musikalischen Legende brodeln Kritik und unbequeme Fragen auf. Der Film, in dem Jaafar Jackson den King of Pop verkörpert, scheint die dunklen Kapitel aus Jacksons Leben – die Vorwürfe sexuellen Missbrauchs und die damit verbundenen juristischen Auseinandersetzungen – bewusst zu umgehen. Ein Schachzug, der die Gemüter erhitzt und die Debatte um die Trennung von Kunst und Künstler neu entfacht.
Die rosarote brille des films
Regisseur Antoine Fuqua verteidigt die Entscheidung, die belastenden Details aus der Lebensgeschichte Jacksons aus dem Film zu streichen. In einem Interview mit Deadline argumentierte er, es sei zu „schockierend“ gewesen, diese Thematik in eine Produktion zu integrieren, die primär als Hommage an den Künstler gedacht sei. Eine Strategie, die viele Kritiker auf den Fuß fallen lässt und den Eindruck erweckt, die Wahrheit werde zugunsten eines glorifizierenden Bildes verzerrt.
Besonders brisant ist auch das Fehlen von Janet Jackson im Film – auf deren ausdrücklichen Wunsch, wie berichtet wurde. Der Film endet abrupt mit einem „Seine Geschichte geht weiter“-Hinweis nach Jacksons Bad-Tournee von 1988, was viele Zuschauer ratlos zurücklässt. Die Frage, ob ein Künstler die Verpflichtung hat, sich seiner Schattenseiten zu stellen, bleibt unbeantwortet.

Ein zweiter akt der abrechnung?
Doch die Verantwortlichen um Produzent Graham King scheinen bereits einen Plan B zu haben. In einem Interview mit Today äußerte Colman Domingo, der Joe Jackson, den Vater von Michael, verkörpert, die Möglichkeit eines zweiten Teils, der sich den dunkleren Aspekten Jacksons zuwendet. „Es gibt die Möglichkeit eines zweiten Teils, der sich mit anderen Dingen beschäftigt, die danach passiert sind“, so Domingo.
Die rechtlichen Hürden, die die Produktion des Films zusätzlich erschwerten, sind dabei nicht zu unterschätzen. Wie der „New York Times“ enthüllte, existierte in einem Vergleich aus dem Jahr 1993 eine Klausel, die die Darstellung einer bestimmten Person in Filmen oder Fernsehsendungen über Michael Jackson untersagte. Ein Fakt, der die Filmemacher zu umfangreichen Reshoots im Wert von 50 Millionen Dollar zwang, um die fraglichen Szenen zu streichen. Die Studiobosse versuchen nun, diese Umstände als Vorwand zu nutzen, um einen zweiten Film anzukündigen, der sich den Kontroversen widmet.

Ein kassenschlager mit fragezeichen
Trotz der Kontroverse stürmt „Michael“ die Kinokassen. Mit einem weltweiten Einspielergebnis von 217 Millionen Dollar in der ersten Woche ist der Film ein „Instant-Sensation“, wie Variety berichtet, und liegt damit nur knapp hinter „The Super Mario Galaxy Movie“. Ob die Zuschauer jedoch auch bereit wären, einen düsteren, gerichtlichen Nachklang zu diesem strahlenden Musik-Biopic zu sehen, bleibt abzuwarten.
Doch die finanziellen Erfolge könnten Lionsgate dazu bewegen, einen zweiten Teil zu realisieren, selbst wenn die Idee ursprünglich nicht vorgesehen war. Regisseur Antoine Fuqua hat bereits seine Begeisterung für eine Fortsetzung bekundet, betont aber, dass die Terminplanung eine Herausforderung darstellt.
Die Geschichte von Michael Jackson ist noch lange nicht zu Ende erzählt. Von „Black or White“ über „You Are Not Alone“ bis hin zu seinem visionären „Invincible“-Album – sein musikalisches Erbe ist immens. Doch die Schatten seiner Vergangenheit verdunkeln das Bild eines brillanten Künstlers. Ob der zweite Film diese Schatten endlich beleuchtet, bleibt abzuwarten. Was feststeht: Der Fall Michael Jackson ist ein Spiegelbild der komplexen Beziehung zwischen Kunst, Ruhm und Verantwortung – und die Debatte wird uns noch lange begleiten.
