Italien-mordserie: verwirrung und tatverdächtige im sonnigen süden
Eine neue Krimiserie hat
die deutsche TV-Landschaft im Sturm erobert: „A Taste for Murder“. DCI Mottram, ein Mann, der offensichtlich mehr braucht als ein entspanntes Aperol Spritz, landet in einem Netz aus Todesfällen in Italien. Die Prämisse ist simpel, die Umsetzung – alles andere als.Ein ex-polizist mit dunkler vergangenheit
Matt Bakers Roman bildet die Grundlage, Jon Jones’ Regie sorgt für eine atmosphärische Inszenierung, und Megan Ott hat die Produktion maßgeblich vorangetrieben. Doch die Geschichte, die sich um den jäh in die Toskana gereisten Detective Chief Inspector Mottram dreht, ist ein einziger, verhedderter Fall – und das ist schon beim ersten Episodenauftakt deutlich zu spüren. Die Verwechslungsgefahr ist groß, die Motive verschwommen. Mottram versucht, sich nach dem tragischen Verlust seiner Frau zu erholen, doch stattdessen stürzt er sich in eine Spirale aus Verdächtigungen und ungelösten Rätseln.
Die Serie lockt mit einem beeindruckenden Cast: Namen, die man aus Serien wie „Luther“ oder „Downton Abbey“ kennt, versprechen Qualität. Doch die Qualität der Handlung selbst lässt zu wünschen übrig. Die Handlung wirkt konstruiert, die Nebencharaktere eindimensional. Die idyllische Kulisse – die Sonne, die Palmen, die Pizza – steht in krassem Kontrast zu den dunklen Machenschaften, die sich hinter der Fassade der Dolce Vita verbergen.

Wann geht es weiter?
Die ersten sechs Episoden sind bereits verfügbar – auf ITV1 und ITVX. Die Veröffentlichung erfolgt wöchentlich, mit dem ersten Teil am 29. April. Wer unbedingt auf die finale Folge vom 3. Juni warten will, kann sich auch auf BritBox und ITVX bedienen. Aber seien wir ehrlich: Die Dringlichkeit, die von der Programmierung ausgeht, ist fast schon zwingend. Man möchte die Zuschauer einfach nur fesseln, ohne dabei auf eine glaubwürdige Geschichte zu setzen.
Die Serie ist ein Beispiel dafür, wie eine solide Prämisse durch schlechte Umsetzung ruiniert werden kann. Ein bisschen mehr Substanz, ein bisschen weniger Klischees hätten Wunder gewirkt. Die Serie ist unterhaltsam, aber letztendlich nur ein kurzweiliger Krimi, der schnell vergessen ist. Ein leichtes Vergnügen, das jedoch nicht von bleibendem Eindruck geprägt ist. Es ist, als würde man einen guten Wein mit einem billigen Apfelsaft verwechseln.
