Guinness-ritual: irritation oder insider-wissen?

Phil Dunster, bekannt aus der Erfolgsserie „Ted Lasso“, sorgte kürzlich für Aufsehen, als er einen britischen Trinkritus um eine Pint Guinness erklärte. Die Reaktion? Ein amüsiertes Kopfschütteln vieler Iren und die Frage: Ist das eine charmante Eigenheit oder bloße Pub-Mythen?

Ein pint, ein „g“ und viel gelächter

Wir trafen den 34-jährigen Schauspieler in einem Irish Pub in New York, McGee’s – dem Vorbild für die Bar in „How I Met Your Mother“. Dunster, der eigentlich Phil Dunster heißt und in Northampton geboren wurde, erläuterte das sogenannte „Splitting the G“: Beim ersten Schluck soll der Schaumkrone des Guinness so positioniert werden, dass sie ein „G“ auf dem Glas bildet. „Es ist zu einer Art Viraler-Trend geworden“, so Dunster, „die meisten Iren verdrehen wahrscheinlich die Augen. Sie sagen: ‚Trink es doch einfach!‘“

Tatsächlich scheinen die Reaktionen auf dieses Ritual gemischt zu sein. Während einige es als eine nette Anekdote betrachten, empfinden andere es als unnötige Zurschaustellung – ein Klischee, das die irische Trinkkultur verzerrt.

Von shakespeare bis afc richmond: dunsters aufstieg

Von shakespeare bis afc richmond: dunsters aufstieg

Die Karriere von Dunster ist ebenso vielfältig wie sein aktuelles Projekt, die HBO-Serie „Rooster“. Nach einer Ausbildung in Bristol, wo er Shakespeare in einer modernen Adaption spielte (mit einem Claudio, der ein Gewehr führte!), sammelte er erste Erfahrungen in Serien wie „Catastrophe“. Der Durchbruch kam jedoch mit „Ted Lasso“, wo er den arroganten Fußballer Jamie Tartt verkörperte. Ein Charakter, der sich über drei Staffeln zu einem Teamplayer wandelte und Dunster eine treue Fangemeinde sicherte.

Doch der Hype um AFC Richmond scheint ungebrochen zu sein. Trotz der gemischten Kritiken für die dritte Staffel werden Dunster ständig von Fans erkannt, die ihn nach seiner Rolle fragen. Einige fänden es sogar nötig, ihm ihre Gruppenchats zu zeigen, die den Namen „Church of Lasso“ tragen. Ein Beweis dafür, dass die Serie einen Nerv getroffen hat und Menschen in schwierigen Zeiten Trost spendet – eine Beobachtung, die auch der Erfinder Bill Lawrence teilt.

„Rooster“: ein neuer start und alte bekannte

„Rooster“: ein neuer start und alte bekannte

Nach dem Ende von „Ted Lasso“ kehrt Dunster mit „Rooster“ auf den Bildschirm zurück. In der Serie, die von Bill Lawrence mitentwickelt wurde, spielt er Archie, einen russischen Literaturprofessor, der eine turbulente Affäre hinter sich hat. Die Rolle ist ein deutlicher Kontrast zu Jamie Tartt, bietet ihm aber die Chance, seine schauspielerischen Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. “Archie ist ein belesener Akademiker“, erklärt Dunster, „aber das Problem ist, dass er das selbst auch weiß. Es ist schwierig, eine solche Figur nicht eindimensional zu gestalten.“

Dunster gesteht, dass er als jüngerer Schauspieler weniger Erfahrung hatte, sich dem Rampenlicht zu stellen. Er fühlt sich Archie näher, denn dieser muss die Grundlagen neu lernen – eine Erfahrung, die viele Menschen im Laufe ihres Lebens machen. „Man gewinnt mit der Zeit ein gewisses Selbstvertrauen, durch Lebenserfahrung, die jeder mit dreißig erlangt“, so Dunster.

Während Dunster selbst noch keine Kinder hat, genießt er es nun, etwas mit seinen Nichten teilen zu können – ein passendes Rollenmodell ist Archie allerdings nicht gerade. Aktuell dreht er den Live-Action-Remake von „Wie die Drachen trainiert werden“, eine Erfahrung, die ihm völlig neu ist und ihn mit Greenscreens und Stunts konfrontiert.

Ob es ein Comeback von „Ted Lasso“ geben wird, bleibt abzuwarten. Dunster hat die Daumen gedrückt, wobei seine Frau Ellie Heydon die Regie übernehmen wird. „Es war ein riesiger Teil meines Lebens, und jetzt ist es auch ihre Erfahrung. Es wird fantastisch werden.“ Die Zukunft wird zeigen, ob die Serie einen würdigen Abschluss findet. Bis dahin bleibt uns „Rooster“ – eine schlichtweg unterhaltsame Serie, die es verdient, gesehen zu werden.

Die Zahl der Fans, die weiterhin auf ein „Ted Lasso“-Revival hoffen, ist bemerkenswert – ein Beweis für die bleibende Kraft einer Serie, die mehr als nur Unterhaltung bot.