Coyote vs. acme: der underdog-triumph, der hollywood aufmischt

Ein Film, der fast im Papierkorb landete, feiert jetzt ein überraschendes Comeback – und bringt dabei die Machenschaften eines Hollywood-Riesen ans Licht. „Coyote vs. Acme“ ist nicht nur eine witzige Neuinterpretation der Looney Tunes, sondern auch ein Kommentar zur kurzsichtigen Entscheidungsfindung in der Filmindustrie.

Ein rechtsstreit, der zum lachen bringt

Ein rechtsstreit, der zum lachen bringt

Die Geschichte ist absurd, aber genial: Wile E. Coyote verklagt die Acme Corporation wegen der Lieferung mangelhafter und gefährlicher Produkte. Eine Idee, die aus einem Artikel von 1990 in The New Yorker stammt, wird hier zu einem urkomischen Gerichtsdrama mit John Cena und Will Forte in den Hauptrollen. Die Animation der Looney Tunes selbst – eine gelungene Mischung aus 2D und 3D – ist ein Augenschmaus und erinnert an die glorreichen Zeiten von „Space Jam“ und „Looney Tunes: Back in Action“.

Doch hinter der bunten Fassade verbirgt sich eine beunruhigende Geschichte. Der Film sollte von Warner Bros. Discovery zunächst als Steuerausweichmaßnahme gestrichen werden – ein Schicksal, das bereits „Batgirl“ und „Scoob! Holiday Haunt“ ereilte. Trotz überwältigender Testvorführungen entschied sich das Studio, das Projekt aufzugeben, da man offenbar Zweifel an der Rentabilität eines Looney Tunes-Films im heutigen Kino hatte.

Die Reaktion der Branche war heftig. Warner Bros. musste umgehend seine Entscheidung revidieren und den Filmemachern erlauben, das Projekt an andere Studios zu verkaufen. Nach gescheiterten Angeboten von Netflix, Paramount und Amazon landete der Film schließlich bei Ketchup Entertainment, der ihn nun endlich in die Kinos bringen wird.

Und hier kommt der Clou: Der Trailer spielt auf die Kontroverse an. In einer Szene ähneln die Studio-Logos auf dem Bildschirm denen von Warner Bros. und Paramount – eine subtile, aber deutliche Botschaft an die Verantwortlichen. Ein Dialog, in dem Will Forte ausruft: „Diese Unternehmen denken, sie können tun, was sie wollen!“, klingt wie ein Schlachtruf gegen die Machtkonzentration in Hollywood.

Während die jüngere Generation wahrscheinlich nur die klassischen Looney Tunes-Gags bemerkt, werden Insider und Branchenkenner die versteckte Kritik an Warner Bros. Discovery und dem aktuellen Zustand der Filmindustrie sofort erkennen. Die Veröffentlichung von „Coyote vs. Acme“ ist somit mehr als nur die Rückkehr eines vergessenen Films – sie ist ein Triumph des Underdogs und ein Weckruf für Hollywood. Die Kinosäle werden sich füllen, und die Verantwortlichen werden sich fragen, wie ihnen das entgangen ist.