Iwc präsentiert die erste armbanduhr für den raum

Das Schweizer Uhrenhaus IWC hat eine neue Armbanduhr vorgestellt, die speziell für den Weltraum konzipiert wurde. Die Pilot's Venturer Vertical Drive kostet 28.200 Euro und ist die erste Uhrenmarke, die von Grund auf für den Einsatz in der Schwerelosigkeit entwickelt wurde. IWC hat sich diesem Projekt angeschlossen, nachdem es bereits Uhren für die Raumfahrer bei den Missionen Inspiration4 und Polaris Dawn geliefert hatte. Diese Uhren waren jedoch lediglich modifizierte Fliegeruhren. Nun hat IWC gemeinsam mit dem Start-Up Vast, dem Entwickler des ersten kommerziellen Raumstations-Habitats Haven-1, seine Ingenieure auf die Herausforderungen des Weltraumwesen geschult.

Kein krone, nur eine drehfunktion

Ein radikaler Unterschied zur traditionellen Uhrenkonstruktion besteht darin, dass die Venturer Vertical Drive keine Krone mehr besitzt. Stattdessen kontrollieren alle Funktionen über ein patentiertes Drehkreuz am Fassungsseitenrand, das nach demselben Namen wie die Uhr benannt ist. Dieses System wurde entwickelt, um dem Problem entgegenzuwirken, dass eine Krone für Astronauten in Raumanzügen mit dicken, teflonbeschichteten Handschuhen unhaltbar ist.

Im Inneren tickt die neue Automatikuhr-Caliber 32722 mit 120-Stunden-Speicherreserve und integrierter GMT-Funktion. Der matte schwarze Zifferblatt ist bewusst einfach gehalten, um die Lesbarkeit zu verbessern. Es zeigt die Mission-Zeit mittels zentraler Stunden- und Minutenhand, sowie eine 24-Stunden-Hand, die für die Astronauten in Orbit notwendig ist. In Schwerelosigkeit erleben sie bis zu 16 Sonnenaufgänge pro Tag und leben nach Greenwich-Mean-Time, um eine natürliche Rhythmusik an Erdenzeit in 24-Stunden-Perioden aufrechtzuerhalten.

Zertifiziert für den weltraum

Zertifiziert für den weltraum

Die Gehäuse der Venturer Vertical Drive bestehen aus weißem Zirkoniumoxid-Keramik und haben einen Ceratanium-Bezel und -Rücken, einem eigenen IWC-Alloy, das die Leichtigkeit von Titan mit der Kratzfestigkeit von Keramik kombiniert. Die Uhr muss die enormen Kräfte des Raketenstartes von 4g und Temperaturextreme von +100°C bis -150°C, den Vakuumzustand und die Strahlung aushalten. Um dies zu beweisen, hat Vast die Uhr zusammen mit Vibrationstests von 10g in seinem Long-Beach-Labor unter Aufsicht des Senior-Mission-Managers Kelton Temby getestet, um sicherzustellen, dass sie in den empfindlichen Umgebungen der Forschungsmodulen ausreibt, die Astronauten an Bord der Station betreiben werden. Sie hat bestanden und erhielt somit die offizielle Zulassung für den Flug an Bord von Haven-1.