Weltcup-chaos in new jersey: trump-boos, dudamel & co. – ein surrealistischer abend
Die Spannung war greifbar, aber weit entfernt von der sportlichen Intensität. Das Finale zwischen Spanien und Argentinien in New Jersey endete mit einem nervenaufreibenden Sieg für die Südamerikaner, doch der Abend gehörte weit mehr als nur dem Fußball.

Ein spektakel aus stars, fehltritten und skurrilen momenten
Die MetLife Stadium war zum Schmelztiegel für A-List-Stars und kuriose Ereignisse geworden. Jennifer Hudson eröffnete mit einer, nun mal, etwas uninspirierten Interpretation des ‘Star-Spangled Banner’ – und schon kurz darauf sorgte ein kurzer Schnitt auf Donald Trump in der VIP-Box für einen lauten, wohl kaum verheulten Chor aus Buhrufen. Humorlos, um es milde auszudrücken.
Die Tribünen waren bis zum letzten Platz gefüllt mit Prominenten: Beyoncé und Jay-Z, Timothée Chalamet und Kylie Jenner, Matt Damon, Mick Jagger, die Beckhams – die Liste ist endlos. Zinedine Zidane, der stets unprätentiöse Veteran, war auch dabei, wie auch Lamine Yamal’s kleiner Bruder, ein beachtliches Talent. Zudem präsentierte Hoyeon und Carlos Alacaraz das Weltpokal-Trophäe in einer extravaganten Louis Vuitton-Truhe – ein Detail, das kaum jemand bemerkt hat.
Tom Cruise, der sich selbst als ‘Veranstalter’ profilierte, lieferte eine kurze, aber wirkungsvolle Rede. (“Heute stehen nur noch zwei Teams auf dem Platz: España gegen Argentinien!”) Die Halbzeitshow war, gelinde gesagt, ein audiovisuelles Feuerwerk. Madonna mit ‘Music’ und Ronaldinho und Ronaldo – eine Kombination, die man wohl kaum erwarten konnte. Dann kam Gustavo Dudamel mit seinem Orchester und einer Imitation des ‘Viking Row’ – ein Absurditätsgrad, der selbst für Fußballfans beeindrucken sollte. Die Muppets, BTS mit ‘Dynamite’, Jason Sudeikis als Ted Lasso mit Justin Bieber, der ‘Hallelujah’ sang, Shakira und Burna Boy mit ‘Dai Dai’ und ein Chor aus Uganda – die PS22 Chorus, unterstützt von Chris Martin. Und schließlich das Feld, das mit dem Wort ‘LOVE’ bedeckt war – das ‘O’ bildete dabei eine stilisierte Weltkugel. Eine Farce, aber eine, die nicht verleugnen ließ, dass die Veranstalter versucht hatten, etwas zu bieten.
Die finalen Zahlen liegen: Mehr als eine Million Besucher, ein Umsatz von geschätzt 75 Millionen Dollar und eine mediale Aufmerksamkeit, die das Turnier nachhaltig geprägt hat. Die Frage ist nicht, ob es ein voller Erfolg war – die Antwort ist ein klares Nein. Es war ein Spektakel, das auf Kosten der eigentlichen Sportlichkeit ging. Und das, meine Damen und Herren, ist der wahre Tiefpunkt dieses Ereignisses.
