Erewhon’s ‘Sacred Water’: Ein teurerer Hype mit Kokoswasser und Honig
David Fischer hier. Es ist, als würde man einem Goldgräber seine Schürfe geben und ihn in eine Apotheke führen – das Ergebnis ist oft enttäuschend. Meine jüngste Erfahrung im sagenumwobenen Erewhon in Los Angeles bestätigte das erneut, diesmal mit einem vermeintlichen ‘Luxus-Kräutertonic’ namens ‘Sacred Water’. Für sage und schreibe zwölf Dollar den Cup.
Ein süßer Betrug aus Kalifornien
Die Marketing-Maschinerie von Erewhon, ein Tempel für Bio-Exzoten und Wellness-Obsessionen, hatte eine neue Kreation hervorgebracht: eine Kollaboration mit dem Filterhersteller Jolie. ‘Sacred Water’ sollte eine ‘luxuriöse Kräutertonic’ sein, die angeblich Wunder wirken soll. Ich, als jemand, der Daten analysiert hat und Muster erkennt – meine Zeit bei der Deutschen Bank hat mir das beigebracht – musste es selbst herausfinden.
Meine ursprüngliche Idee war, die Mischung mit einem Glas Leitungswasser aus meinem Hollywood-Apartment zu vergleichen – das Wasser dort ist, gelinde gesagt, oft von einem unheilvollen Braunton, wenn ich längere Zeit nicht aufgekochtes Wasser verwendet habe. Ein bisschen LA-Glamour, baby! – und einer Flasche Evian, mein heimlicher Trost bei Kopfschmerzen und dem Bedürfnis, mich in einem 7-Eleven mit einer Plastikflasche zu trösten. (Ich verspreche, ich nutze normalerweise meinen wiederverwendbaren Stanley-Becher, aber wie Gwyneth Paltrow sagens sagte: „Das Leben besteht darin, den Gleichgewicht zwischen Zigaretten und Tofu zu finden“, richtig?).
Leider stellte sich schnell heraus, dass die Sache etwas komplizierter war. Der Blindtest, den ich mit einem Nachbarn in unbeschrifteten Dixie-Cups durchführte – er fragte verwirrt, was ich eigentlich berufe – offenbarte, dass die Unterscheidung zwischen den verschiedenen Wassersorten gar nicht so schwer war. Selbst wenn ich Evian für Leitungswasser verwechseln könnte, war ‘Sacred Water’ deutlich dunkler, fast amberfarben. Ein schönes Farbenspiel, das jedoch die eigentliche Wahrheit verriet: Es enthielt kaum Wasser. Die Zutatenliste – Kokoswasser, Jasmintee, Traubensaft, Gewürze und roher Honig, allesamt Bio – offenbarte eine süße, honigartige Mischung, die an Apfelsaft mit Zimt erinnert und einem von einem hochgelobten Yoga-Lehrer in einer kupfernen Tasse serviert wurde. Ein bisschen wie eine spirituelle Erfahrung, die man für zwölf Dollar kaufen kann.

Keine Erleuchtung, nur Zucker
Ich erwartete eine sofortige, künstlich erzeugte Welle des Wohlbefindens, aber stattdessen erhielt ich lediglich einen leichten Zucker-Kopfschmerz. Die Rohsahne im Drink scheint die Ursache zu sein. Insgesamt habe ich mich nicht hydrierter gefühlt. Es gibt viele Getränke, für die ich zwölf Dollar ausgeben würde – ein Schnäppchen wäre da schon eine Verbesserung, selbst in meinem Lieblings-Martini-Bar. Aber ich muss zugeben, dass ich mir nicht sicher bin, ob Erewhon’s ‘Sacred Water’ dazu gehört.
Es bedeutet nicht, dass ich meine Konsumgewohnheiten überdenke und Erewhon für angeblichen Vitalität und Göttlichkeit in Form von überteuertem Essen und Trinken verwerfe. Nein, überhaupt nicht. Ich habe schon zu viele teure Kristalle und Räucherstäbchen von lokalen Zauberhäusern wie House of Intuition gekauft, um das zu ignorieren. Aber die Wahrheit ist: Für diesen Preis bekommt man nicht viel mehr als einen süßen Schock. Und das ist, gelinde gesagt, keine spirituelle Erleuchtung.