Iowa im schuss: glyphosat-dreck und landwirtschaftliche machtkämpfe
Die Bilder sind verstörend: Creeks und Flüsse in Iowa verwandelt in chemische Labore durch die aggressive Landwirtschaft. Scott Olson von Getty Images hat in einer tiefgreifenden Untersuchung von Politico die verheerenden Folgen aufgedeckt – und die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Ein Anstieg des Krebsrisikos, der Iowa zu einem der bundesweit gefährlichsten Staaten macht.
Die glyphosat-epidemie: eine toxische keule
Die Ursache? Eine Kombination aus Nitraten, die durch den übermäßigen Einsatz von Düngemitteln und Pestiziden freigesetzt werden, und Glyphosat, das aktive Wirkstoff in Roundup. Die Internationale Agentur für Krebsforschung hat das Wirkstoff 2015 als „wahrscheinlich krebserregend“ eingestufen – eine Einschätzung, die von der US-Umweltschutzbehörde abgelehnt wurde. Das Trump-Establishment war kein Freund von Roundup, was zu einem inneren Streit innerhalb der MAGA-Bewegung führte, während die MAHA die Bayer-Chemiefirma tatkräftig unterstützte.

Ein farmer mit gewissen: chris jones und die alternative
Doch es gibt Hoffnung. Der demokratische Kandidat für den Posten des Landwirtschaftsministers, Chris Jones, hat ein kleines, unkonventionelles Feld in Betrieb genommen, das im kräftigen Gegensatz zu den weitläufigen, geometrisch angelegten Mais- und Sojabahn-Monotonien Iowas steht. Seine Farm, mit ihren wilden Gemüsegärten – Paprika, Süßkartoffeln, Bohnen, Kartoffeln und Grünkohl – ist ein scharfer Kontrast zur industriellen Landwirtschaft, die, wie Jones betont, versucht, die Natur zu kontrollieren. „Was hat das Kontrollieren der Natur hier für uns gebracht?“, fragt er sich, blickt auf den Sumpf, der durch die Praktiken der Großbetriebe entstanden ist.

Die politische dimension: maha vs. maga
Die Situation ist nicht nur ökologisch, sondern auch politisch aufgeladen. Politico fokussiert sich auf die Auswirkungen auf Iowas Politik und den bevorstehenden Wahlkampf. Der incumbent, Mike Naig, der zuvor für Monsanto tätig war, versucht, die Krise mit einer optimistischen Strategie abzutun – eine Behauptung, die durch fehlende Daten nicht gestützt wird. Jones hingegen präsentiert sich als der einzige Kandidat, der sich wirklich mit dem Problem auseinandersetzt. Eine bemerkenswerte Beobachtung: Die Republikaner scheinen sich der Gefahr kaum bewusst zu sein, die durch das vergiftete Wasser droht.
Ein blick zurück: tarife und politische prioritäten
Ich erinnere mich noch gut an das Landwirtschaftskongress in Iowa im Jahr 2018. Alle Kandidaten, auch diejenigen, die einst Lobbyisten für Sojabohnen waren, haben sich auf ihre Ablehnung von Abtreibungen konzentriert. Tariffheftete, die Iowas Sojabauern fast ruinerten, waren für niemanden ein Thema. Nun könnte Roundup vielleicht doch die entscheidende Frage sein, die die politischen Prioritäten neu ordnet. Und das, ohne Frage.”
