Mulberry: christopher kane bringt frischen wind und punk-attitude
London brodelt! Christopher Kane, der seit seinem Ausstieg 2023 eine schmerzliche Lücke in der Modewelt hinterlassen hat, wird neuer Kreativdirektor bei Mulberry. Die Nachricht löste eine Welle der Begeisterung aus – ein Hoffnungsschimmer für alle, die Kanes unkonventionelle Ästhetik vermissen.
Ein comeback, das die branche aufmischt
Die Zusammenarbeit mit Self-Portrait im Jahr 2024, eine Art explosiver Hybrid aus 60er-Jahre-Happening, Dinnerparty und Fotoshooting, ließ bereits erahnen, welches Potential in Kane schlummert. Das rasend schnelle Ausverkaufen der Kollektion – eine clevere Hommage an sein bahnbrechendes Bodycon-Debüt von 2006 – war ein deutliches Signal: Christopher Kane ist ein Designer, der begehrt wird. Nun, dank Andrea Baldos, dem CEO von Mulberry, scheint das Comeback Realität zu werden.
Kane und seine Schwester Tammy sind bereits im Mulberry-Studio in Kensington Church Street eingezogen und arbeiten fieberhaft an der ersten Kollektion, die im September im Rahmen der London Fashion Week präsentiert wird. Das ist nicht nur ein willkommener Aufschwung für den Modemonat, sondern auch ein Neuanfang für Mulberry, dessen Ready-to-Wear-Bereich seit der letzten Laufshow im Februar 2017 ruht.

Von lederwaren zu kühner mode: mulberries erbe
Mulberry blickt auf eine lange Tradition zurück. Gegründet 1971 von Roger Saul in Somerset als Hersteller von Lederwaren, wurzelt das Unternehmen tief in der Grafschaft, wo bis heute zwei Fabriken Taschen und Lederaccessoires fertigen. Der Name steht für ein Stück britischer Tradition, verbunden mit den verspielten, mädchenhaften Kollektionen der vergangenen Jahre, die unter der Leitung von Stuart Vevers, Emma Hill und Jonny Coca entstanden. Doch was wird Kane mit dieser Erbschaft anfangen?
Vorhersagen sind bei Kane zwecklos. Seine Kollektionen sind berühmt für ihre Überraschungen, für das Unerwartete. Aber eines ist sicher: Kane ist ein Meister des Kleides – stets auf dem schmalen Grat zwischen Erotik und Chic balancierend. In einer Zeit düsterer Zeiten könnte er genau das liefern, was die Frauen brauchen: farbenfrohe, schrullige und optimistische Partykleider zum Tanzen.
Seine Inspirationsquellen sind legendär und reichen von „Planet der Affen“ über „Prinzessin Margaret auf Acid“ bis hin zu den provokanten Brothel-Zeichnungen von Cynthia Payne und den Biologie-Lehrbüchern der Schulzeit. Und das Besondere: Kane und seine Schwester Tammy beherrschen die Kunst, diese wilden Referenzen in tragbare, technisch brillante Designs zu verwandeln.

Kinky chic trifft britische tradition
Wie wird Kane das „Mulberryness“ in seine Vision integrieren? Kane-Kenner sind sich sicher: Unter der Oberfläche seiner Kreationen schlägt immer ein Herz für robuste Materialien und Outdoor-Praktikabilität. Shearling-besetzte Bikerjacken, Patentlederscheepskin-Mäntel – alles, was das Mulberry-Herz begehrt. Und vergessen wir nicht die atemberaubenden Mäntel und Strickwaren, die Kane bereits mit der schottischen Cashmere-Manufaktur Johnstons of Elgin entwickelt hat. Das Resultat? Eine vielversprechende Mischung aus Hot Fashion und alltagstauglicher Funktionalität, die im September frischen Wind in die britische Modewelt bringen wird.
Kane wird zweifellos hoch hinaus wollen. Und das alles im Geiste seiner ehemaligen Mentorin, Professor Louise Wilson OBE, die hinter ihrem Schreibtisch an der Central Saint Martins immer wieder mahnte: „Beeindrucke mich!“
