Modellierter pflicht für mode: eine digitale passfunktion und mehr verantwortung
Die europäische Union setzt Maßstäbe für eine nachhaltigere Modebranche. Ab 2027 soll die digitale Produkt-Passfunktion (DPP) eingesetzt werden, ab 2028 wird die Erweiterung der Verantwortlichkeit für den End-Of-Life-Zyklus (EPR) verbindlich. Beide Maßnahmen zielen darauf ab, den Umgang mit Abfällen zu verbessern und die Branche zu verantwortlicher Entsorgung und Recycling zu bewegen.

Datenbasierte lösungen für nachhaltiges geschäft
Die DPP soll als Datenlayer dienen, um eine bessere Transparenz über die Herkunft und den Umfang von Produkten zu bieten. Sie enthält grundlegende Informationen wie Produktname, Materialien und Hersteller. Laut Liz Alessi, Gründerin von Crisis of Stuff und Sustainability-Consultant, sind jedoch die dafür notwendigen physischen Infrastrukturen, wie Sortier- und Recyclinganlagen, noch nicht auf Skalenebene ausreichend ausgebaut, um den erwarteten Nutzen auszuschöpfen.
Die EPR verschobt die finanzielle und operative Verantwortung für den End-Of-Life-Zyklus auf die Hersteller. Dies soll einen Anreiz darstellen, Produkte so zu gestalten, dass sie recycelt werden können, und Investitionen in die notwendigen Systeme für Rückgabewesenheit, Sortierung und Verarbeitung zu tätigen. Allerdings sind die dafür erforderlichen Anlagen und Prozesse noch nicht auf die erwarteten Mengen ausgerichtet.
Die Umsetzung von DPP und EPR soll die Branche dazu zwingen, ihre internen Prozesse und – sofern notwendig – die externe Infrastruktur zu überdenken und zu stärken. Dies sei der Schlüssel zu einer nachhaltigen Zukunft, betont Alessi. Eine fragmentierte Umsetzung der Vorgaben könne jedoch zu Komplexität und Unsicherheit führen, da die Branche angesichts der notwendigen Investitionen in physische und digitale Infrastrukturen auf eine sichere und effiziente Implementierung angewiesen sei.
