Met gala: ávila schockiert – forst-installation beinahe katastrophal
Ein verregneter Montag in New York – und der Tempel von Dendur verwandelt sich in eine surreale, beinahe albtraumhafte Lichtung. Event-Designer Raul Ávila, ein Name, der in den Kreisen der Met Gala seit Jahren für Skurrilität und unvorstellbare Inszenierungen steht, hat dieses Jahr erneut die Grenzen des Machbaren sprengte. Doch hinter der atemberaubenden Kulisse lauert eine fast schon groteske Geschichte.
Von poiret bis zum peacock-chaos: ávila’s met gala-legenden
Ávila, der 2007 mit seiner ersten Met Gala-Teilnahme einen sofortigen Aufsehen erregte – damals mit einem 20 Fuß hohen, vergoldeten Vogelkäfig, in dem ein majestätischer Pfau unglücklich davonfliegt – hat seitdem eine beeindruckende Serie von extravaganten Installationen geschaffen. 2019 präsentierte er eine 25 Fuß hohe Flamingos-Skulptur aus 30.000 Blüten, 2018 eine Nachbildung einer päpstlichen Krone aus Rosen. Sogar ein Londoner Leuchter, 2013 mit Aluminium-„Rasierklingen“ versehen, sorgte für einen Punk-inspirierten Knall.
Dieses Jahr, mit der Installation im Tempel von Dendur, setzt Ávila eine neue, fast schon unheimliche Ästhetik ein. Die „Costume Art“-Thema, angekündigt für Mai 2026, verspricht eine weitere Herausforderung. Die Installation, inspiriert von Cy Gavin’s Narcissismus-Motiv, ist bereits jetzt ein Gesprächsthema – und nicht nur wegen des fast missglückten Aufbaus.

Ein pfau, ein chaos – und ávila’s ungeschminkte ehrlichkeit
Der Vorfall mit dem entkommenen Pfau, der eine panische Jagd durch den Saal anstiftete, ist nur ein kleiner Teil der Geschichte. Ávila selbst beschreibt die Met Gala nicht als eine reine Festlichkeit, sondern als eine Art „Performance“, eine intensive, oft auch chaotische Auseinandersetzung mit Mode und Kunst. „Es ist ein Spiel“, sagt er, „und wir versuchen, die Regeln immer wieder neu zu definieren.“ Die Superfine: Tailoring Black Style-Installation von 2024, mit ihrer schwebenden Narzissen-Turm-Zentrale, ist ein klares Beispiel für diese Herangehensweise – eine Auseinandersetzung mit Selbstwahrnehmung und Vergänglichkeit.

Mehr als nur dekoration: kunst im auftrag
Die Met Gala ist für Ávila und sein Team mehr als nur die Gestaltung von Dekoration. Es ist eine Chance, mit etablierten Künstlern zusammenzuarbeiten, neue Materialien zu experimentieren und die Grenzen des Möglichen zu erweitern. Die Projektliste der letzten Jahre – von Chanel über Schiaparelli bis hin zu Rei Kawakuno – zeugt von diesem Anspruch. Und auch wenn die Installationen gelegentlich in Chaos enden, so bleibt eines gewiss: Raul Ávila ist ein Künstler, der die Met Gala zu einem unvergesslichen Ereignis macht – mit all seinen Höhen und Tiefen.
Die Zahlen sprechen für sich: 2005 – Chanel; 2025 – Superfine: Tailoring Black Style; alleine die Kosten für die Installationen können sich kaum fassen lassen. Aber für Ávila geht es nicht um den Preis, sondern um die Vision. Und diese Vision ist stets ein Schritt voraus – und oft genug auch ein kleiner Schock.
