Hastie bringt hamlet nach new york – abeysekera stürzt sich in den düsteren prinzen
Robert Hastie, der britische Theaterregisseur, bringt mit seiner modernen Interpretation von Hamlets eine neue, schockierende Facette der Stadt New York hervor. Der Klassiker, ursprünglich für das National Theatre in London konzipiert, erlebt am 26. April in Brooklyn, bei BAM, eine Wiedergeburt – und das dank des 40-jährigen, sri-lankischen Schauspielers Hiran Abeysekera.
Ein hamlet, der alles in frage stellt
Hastie beschreibt New York als eine „Verschachtelung vieler Städte“, eine komplexe, sich überlagernde Landschaft. Das gilt ebenso für das Theater wie für alle anderen Erfahrungen. Mit Abeysekera hat er einen Hamlet gefunden, der diese Vielschichtigkeit verkörpert – ein Spieler, der nicht nur seine ethnische Herkunft ausweist, sondern eine spielerische, manchmal konfrontative, oft verschmitzte Verbindung zum Publikum aufbaut. Diese Direktheit, diese Offenheit, ist kaum in früheren Hamlet-Interpretationen zu finden.

Ben stones und der scharfe kontrast
Visuell dominiert die Produktion der Kostüme und Bühnenbildner Ben Stones. Ein schlichtes, modernes Design, das den Prinzen mit einem provokanten Ohrringen und dem unbändigen Verlangen nach Dom Pérignon in die Gegenwart katapultiert. Die Courtiers berichten von ihrem Treffen mit dem verstorbenen König – ein Bild von Verderbnis, das in scharfem Kontrast zu Abeysekeras emotionaler Tiefe steht.

Die angst vor der wiederholung
„Dieser Hamlet ist so abhängig vom Publikum“, erklärt Hastie. „Ich möchte sehen, was New York ihm bringen wird.“ Abeysekera selbst spricht von Nervosität angesichts der Reprise. Die Rolle, einst als Chance gesehen, hat sich als eine schwere Last entpuppt – ein Gewicht, das er erst nach dem Londoner Durchbruch vollständig verinnerlicht hat. Die immense Größe von Hamlets, die ihn im National Theatre definierte, wird in New York erneut auf die Probe gestellt.
Ein kampf um zugehörigkeit
Die Geschichte von Abeysekera ist geprägt von der Suche nach einem festen Platz. Trotz seiner Arbeit im britischen Kunstszenen, die ihn mit reichem Geld und internationalem Ansehen ausstattet, fühlt er sich nicht vollständig zugehörig. Die rechtlichen Hürden für die Staatsbürgerschaft – die Beschränkung auf maximal 180 Tage im Ausland innerhalb von fünf Jahren – erinnern ihn an seine Ausgeständnis. Doch auf der Bühne, in der Theaterwelt, findet er eine Akzeptanz, die ihm Kraft gibt. “Es ist nicht in der britischen Theaterlandschaft, wo ich mich nicht dazugehöre – es ist das Land selbst,” sagt er. “Ich bin auf dem Global Talent Visa, das Kriterien hat, die besagen, dass ich nicht länger als 180 Tage im Jahr innerhalb von fünf Jahren im Ausland sein darf.”
Fazit: ein hamlet, der sich verdient macht
Mit Hamlet in Brooklyn demonstriert Hastie, dass ein Klassiker nicht verstaubt. Abeysekera’s Darstellung ist ein Beweis dafür, dass die Geschichte lebendig bleibt – solange sie sich dem Publikum stellt und sich ihm öffnet. Die Aufführung ist ein unvergessliches Erlebnis, das die Grenzen des Theaters neu definiert.
