literatur

Ellis schweigt: nach 40 jahren interviews hat der meister ausgedient

Bret Easton Ellis, der Mann, der die 80er Jahre in ‘Less Than Zero’ für immer prägte, hat sich zum Schweigen entschlossen. Ein überraschendes Eingeständnis, das die literarische Welt ins Wanken bringt.

Der schockmoment: ein tweet mit deutlicher botschaft

Ein kurzes E-Mail, eine höfliche Aufforderung, keine Interviews zu erwarten – so begann alles. Ellis, der sich in den letzten Jahren bewusst aus dem Rampenlicht zurückgezogen hatte, erklärte, er sei “nach 40 Jahren Interviews einfach fertig”. Keine feindselige Absicht, nur eine klare Grenze.

Ein blick zurück: die wurzeln des erfolgs

Ein blick zurück: die wurzeln des erfolgs

Die Erinnerung an seine frühen Jahre ist eindrücklich: Hemingway, Didion, Chandler – diese Stimmen prägten seine ersten Versuche, eine Stimme zu finden. ‘Less Than Zero’ entstand aus Diary-Einträgen, die die dekadente Atmosphäre von Los Angeles 1982/83 einfingen. Die Freiheit, sich im Alter von kaum 21 Jahren in Clubs aufzuhalten, Drogen zu kaufen und in die Wüste zu fahren – all das wurde zum Motor für das Buch.

Die kritik: ein kalter schauer

Die kritik: ein kalter schauer

Die Rezension von Michiko Kakutani im New York Times, die das Buch als “eines der verstörendsten” bezeichnete, vergaß Ellis in seiner Jugend. “Ich habe mich nicht darum gekümmert”, räumt er ein. Die Reaktionen waren gemischt, aber die eigentliche Botschaft blieb für ihn unberührt: Er wollte kein Buch schreiben, das auf Kritik reagiert.

Die neuinterpretation: ein blick in die vergangenheit

Bei der Relecture von ‘Less Than Zero’ im Jahr 2008, kurz vor dem Ablegen von ‘Imperial Bedrooms’, erkannte Ellis, dass das Buch ein Spiegelbild seiner selbst war. Ein Spiegelbild eines jungen Mannes, der sich noch nicht so sehen konnte, wie er heute tut. Die Selbstkritik war schmerzhaft, die Erinnerung an die damalige Popularität des Buches war eine Belastung. ‘Ich war damals 19 Jahre alt’, erinnert sich Ellis, ‘und ich konnte nie wirklich glauben, dass so etwas geschrieben werden könnte.’

Ein blick in die zukunft: der film als triumph

Trotz der Kritik und der vielen Anpassungen, die ‘Less Than Zero’ erfahren hat, schätzt Ellis den Film von 1987 sehr. Er bezeichnet ihn als “einem bemerkenswerten Film”, der das Buch in seiner rohen, ungeschliffenen Form widerspiegelt. Ein Triumph, der dem Buch in nichts nachsteht, trotz all der Veränderungen. Die Veränderungen sind wichtig, aber der Kern bleibt erhalten.

Das fazit: ein meister, der sich zurückzieht

Bret Easton Ellis hat sich zurückgezogen. Nicht aus Angst, sondern aus Überzeugung. Ein Zeichen, dass er sich entschieden hat, sich von den Erwartungen der Öffentlichkeit zu lösen und sich auf die eigene Kunst zu konzentrieren. Ein Abschied, der das literarische Echo von ‘Less Than Zero’ noch verstärkt. Es ist eine Entscheidung, die das Genre verändert.”