Zendaya borgt cate blanchetts kleid – ein modisches statement?

Ein glamouröser Moment auf dem roten Teppich in Rom: Zendaya erschien in einem Armani Privé Kleid, das auf den ersten Blick atemberaubend wirkte. Doch wer genau hinsah, erkannte eine bemerkenswerte Ähnlichkeit – oder besser gesagt, eine bewusste Übernahme. Das Kleid, mit aufwendiger Verzierung und tiefem Ausschnitt, ist tatsächlich identisch mit einem Ensemble, das Cate Blanchett bereits 2023 beim Filmfestival Venedig trug.

Ein geliehenes etwas – und eine clevere strategie

Ein geliehenes etwas – und eine clevere strategie

Die Geschichte wird noch interessanter, wenn man bedenkt, dass Zendayas Styling-Entscheidungen eine durchdachte Tradition widerspiegeln. Bereits bei der Premiere in Los Angeles hatte sie ein weißes Vivienne Westwood Kleid aus dem Jahr 2015 erneut getragen, als ihr “something old”. Ein Muster zeichnet sich ab: Zendaya spielt mit der Idee des Verleihens und Wiederverwendens, eine Hommage an nachhaltige Mode und eine subtile Anspielung auf die Traditionen der Hochzeiten.

Ihr Stylist, Law Roach, bestätigte die Theorie mit einem Augenzwinkern auf Instagram: “Danke, Cate Blanchett.” Blanchett selbst ist bekannt dafür, Kleider wiederzuverwenden – sie hatte das Armani Privé Kleid bereits 2022 bei den SAG Awards getragen. Die Königin des nachhaltigen Roten Teppichs, wie sie von Vogue bereits getauft wurde, hat mit dieser Praxis einen neuen Standard gesetzt. Die Einführung des “Cate Blanchett Sustainability Award for Best Vintage or Archival Fashion” beweist, dass die Modeindustrie den Wandel längst erkannt hat.

Wer erinnert sich noch an das Aufsehen um Reese Witherspoon und Kirsten Dunst bei den Golden Globes 2006? Ein vermeintlicher “sartorialer Mini-Skandal”, als Witherspoon dachte, sie trage ein Vintage-Chanel-Kleid, während es sich in Wahrheit um ein Kleid aus der Couture-Kollektion von 2002 handelte, das Dunst bereits drei Jahre zuvor getragen hatte. Damals wurde das Wiederverwenden von Kleidern noch als modische Fauxpas betrachtet. Die Zeiten haben sich geändert. Heute wird es als umweltfreundliche Geste oder als cleveres Marketing-Konzept gefeiert.

So trugen Julia Roberts und Amanda Seyfried beide ein Versace-Design auf dem Filmfestival Venedig 2025. Ein synchronisierter Auftritt, der an Joan Rivers’ legendäres Segment “Bitch Stole My Look” erinnert. Der Wandel ist vollzogen: Was einst als Diebstahl galt, ist heute ein Statement.

Zendaya hat mit ihrer Entscheidung, Cate Blanchetts Kleid zu tragen, nicht nur ein modisches Statement gesetzt, sondern auch eine Brücke zwischen Tradition und Nachhaltigkeit geschlagen. Es ist eine subtile Botschaft, dass Mode mehr sein kann als nur Konsum – sie kann eine Geschichte erzählen, eine Wertschätzung für das Handwerk ausdrücken und eine nachhaltige Zukunft fördern.