Wintour & streep: der coup für vogue – und ein blick hinter die fassade

Es war ein Moment, der die Mode- und Filmwelt überraschte: Anna Wintour, die unbestrittene Königin der Vogue, und Meryl Streep, die Schauspielikone, prangerten Seite an Seite auf dem Cover des Magazins. Ein Deal, der lange Zeit undurchsichtig blieb und von Intrigen und unerwarteten Wendungen geprägt war – eine Geschichte, die mehr über Macht, Freundschaft und die ungeschriebenen Gesetze der Branche verrät, als man denkt.

Die premiere, die alles veränderte

Die Erinnerung an die New Yorker Premiere von “The Devil Wears Prada” im Jahr 2006 ist für die Autorin des Artikels, Chloe, noch lebendig. Sie saß mit ihrer Mutter hinter Anna Wintour und ihrer Tochter Bee, beide College-Studentinnen, und tauschten sich über ihre Sommerpläne aus. Diese scheinbar harmlose Begegnung sollte Jahre später eine entscheidende Rolle spielen, als die Fortsetzung des Films angekündigt wurde. Das Team der Vogue erkannte sofort das Potential und die Notwendigkeit, Disney die Ehre abzulaufen.

Der Filmstart fiel strategisch günstig über das lange Wochenende vor der Met Gala, was die Entscheidung für Mays Cover erzwingte. Doch wer sollte darauf abgebildet werden? Meryl Streep, die unverkennbare Miranda Priestly, lag auf der Hand. Oder sollte man gleich beide “Mirandas” – Anna Wintour und Meryl Streep – vereinen? Die Idee schien kühn, fast unmöglich.

Ein zögern, ein anruf, ein ja

Ein zögern, ein anruf, ein ja

Im Oktober wurde Chloe Zeuge eines intimen Moments in Paris: Anna Wintour saß im Rücksitz ihres Stadtwagens, während sie auf der Rue Capucines zur Balenciaga-Vorbesichtigung glitt. Bei der Diskussion über kommende Coverthemen wagte Chloe den vorsichtigen Vorschlag: “Würden Sie jemals in Erwägung ziehen, mit Meryl auf dem Cover zu sein?” Wintours Reaktion war kühl und professionell: ein amüsiertes Lächeln, aber kein Blickkontakt. “Das ist sehr schmeichelhaft, Chloe, aber es ist nicht wirklich mein Stil”, antwortete sie lakonisch. Doch das Schicksal hatte andere Pläne. Monate später war es Meryl Streep, die Wintour überzeugte, einen Deal einzugehen, der kulturelle Bedeutung hat.

Die Dreharbeiten zur Vogue-Ausgabe wurden mit höchster Geheimhaltung durchgeführt, selbst Meryl Streeps jüngste Tochter, Louisa Jacobson, wurde ermahnt, über das Projekt nicht zu sprechen. Die Produktion war so geheim wie die Pentagon-Papiere, wie es schien. Virginia Smith, die Stylistin, reiste mit den Outfits von Dries Van Noten und Prada, während Anna Wintours Assistentinnen, Emily und Caroline, bei den Anproben halfen – eine logische Entscheidung, angesichts des Themas.

Mehr als nur ein film: eine reflexion über macht und karriere

Mehr als nur ein film: eine reflexion über macht und karriere

Die Vogue-Ausgabe bot mehr als nur ein glamouröses Covershooting. Es war eine tiefgründige Auseinandersetzung mit der Langlebigkeit in der Modebranche, der Bedeutung von Kleidung für die Selbstexpression und der Frage, warum Miranda Priestly zu einer so ikonischen Figur geworden ist. Meryl Streep gestand, dass sie niemals Annas Job übernehmen würde (