Silbermord: wer verbarg sich hinter dem serienkiller?

Ein Fall, der die britische Polizei seit Jahrzehnten beschäftigt: Die sogenannten „Silver Killer“-Morde. Was zunächst als zwei tragische Einzeltaten abgetan wurde, entpuppt sich nun in einer neuen Dokumentation als möglicherweise das Werk eines Serienkillers. Die ITV zeigt heute Abend „As Hunting The Silver Killer“ – und die Frage, wo sich der wahre Täter heute aufhält, ist drängender denn je.

Die erschütternden ereignisse von wilmslow

1996 und 1999 erschütterten zwei Todesfälle die beschauliche Gemeinde Wilmslow. Howard und Bea Ainsworth wurden in ihrem Bett aufgefunden, drei Jahre später folgte Donald und Auriel Ward das gleiche Schicksal. Beide Fälle wurden als Suizide nach vorausgegangenen Mordtaten eingestuft – doch Stephanie Davies, leitende Gerichtsmedizinerin für die Cheshire Police, hegte Zweifel. Sie erkannte ein Muster, das über die bloßen Einzeltaten hinausging.

David Collins‘ Sachbuch „The Hunt for the Silver Killer“ beleuchtet nun die Details dieser Verbrechen. Interviews mit Polizeibeamten, Gerichtsmedizinern und Zeugen offenbaren ein verwirrendes Bild. Keine der Ehepaare hatte eine Vorgeschichte häuslicher Gewalt, und forensische Beweise im Ainsworth-Fall waren „unentscheidend“. Das ist, gelinde gesagt, merkwürdig.

Davies‘ Nachforschungen führten zu weiteren 39 ähnlichen Fällen im Nordwesten Englands zwischen 2000 und 2019. Ein erschreckendes Netz aus Ähnlichkeiten, das die Frage aufwirft: War es wirklich nur Pech, dass diese Verbrechen getrennt behandelt wurden? Die Dokumentation beleuchtet diese Verbindung auf beunruhigende Weise.

Der täter: ein phantom im nordwesten

Der täter: ein phantom im nordwesten

Bis heute, 30. März 2026, ist die Identität des „Silver Killers“ unbekannt. Trotz der intensiven Recherchen und der Theorie eines einzelnen Täters blieben die Fälle offiziell als „Suizide nach Mord“ eingestuft – eine Entscheidung, die viele Kritiker befremdet. Aaron Duggan, DCS der Cheshire Constabulary, erklärte 2020, es gäbe „keinen Grund zu der Annahme, dass die Fälle nicht angemessen untersucht wurden“. Das mag formell korrekt sein, aber es löst nicht die bange Frage nach einem ungesuchten Täter.

Die Polizei geht davon aus, dass der Täter männlich ist, angesichts der massiven Traumata, denen die weiblichen Opfer ausgesetzt waren. Wo er sich heute befindet, ist unklar. Vermutlich hält er sich weiterhin im Norden Englands auf, aber es gibt keine offiziellen Sichtungen. Die Dokumentation wirft ein Schlaglicht auf die Verfahrensweisen der Polizei und die möglichen Versäumnisse, die dazu führten, dass ein potenzieller Serienkiller jahrelang ungestört agieren konnte.

Die „Silver Killer“-Morde sind ein Mahnmal dafür, dass auch in vermeintlich abgeschotteten Gemeinschaften die Dunkelheit lauern kann. Und dass die Suche nach der Wahrheit manchmal länger dauert, als wir uns wünschen.