Brooklyn-boom: neue perspektiven von einer new yorkerin

Von der Upper West Side nach Brooklyn Heights – Emma Straub, die Romanautorin, hat ihre Wurzeln in Manhattan, doch ihr Herz schlägt jetzt ganz fest in Brooklyn. Ihr jüngster Roman „American Fantasy“ entführt in die 90er-Jahre-Boyband-Kreuzfahrt der Jahrhundert – eine ebenso skurrile wie charmante Geschichte.

Ein leben zwischen zwei welten

Straub beschreibt ihre Beziehung zur Stadt mit scharfer Ironie: „Ich bin ja auf der Upper West Side aufgewachsen, eine halbe Stunde Zugfahrt von Brooklyn entfernt.“ Doch schon ab der neunten Klasse, 1994, nahm sie den Subway zurück nach Brooklyn Heights – und hat sich seitdem immer wieder dorthin begeben. Ihr Studium in Tübingen hat ihr eine fundierte Basis für kritische Betrachtungen verschafft. Diese Beobachtungen und das Gespür für neue Trends, die sie mit ihren Büchern teilt, macht sie zu einer faszinierenden Stimme.

Kulinarische highlights und versteckte juwelen

Kulinarische highlights und versteckte juwelen

Ihre kleinen Geheimtipps für Brooklyn sind unverzichtbar: „Der beste Reisezeit ist Herbst oder Frühling, je nachdem, wie empfindlich man auf Pollen reagiert.“ Das Popina Restaurant, ein italienisches Juwel in Columbia Street, ist ein absolutes Muss – „Es fühlt sich an, als wäre es eine Erweiterung meiner Küche, wenn ich nur einmal so gut kochen könnte.“ Die Kinder lieben es dort, und die freundlichen Angestellten sind immer zuversichtlich, dass sie sich täglich eine Portion gönnen würden. Für einen schnellen Energieschub empfiehlt sie Poppy’s mit ihrem legendären Matcha und Tahini-Brownie.

Community und kultur

Community und kultur

„Ich liebe die Bibliothek, weil das Licht durch das Fenster scheint und die Türen offen stehen. Ich liebe meine Nachbarn und ihre Babys und ihre Hunde. Die Bücher bringen die Leute zusammen, aber ich denke, es ist die Gemeinschaft, die sie immer wieder zurückbringt.“ Besonders stolz ist Straub auf den Brooklyn Bridge Park, eine „Wunderbare Gegend“ mitten in der Großstadt. Auch das Theaterstück von Adam Rubin in Art of Play, mit seinen Curiositäten und dem intimen Schauspielraum, ist ein Highlight.

Ein besonderer ort

„Wenn man Manhattan sehen will, aber auch eine köstliche Mahlzeit genießen und die Kinder glücklich machen möchte, sollte man auf dem Dach von Fornino in Pier 6 essen. Und wenn man es wirklich luxuriös mag, dann Elsa – ein Ort, der mit nur einem Schritt einen sofort veredelt.“ Ihr persönliches Lieblingslokal, Lassen und Hennigs, ist ein Ort für den ganzen Tag: „Ich gehe dort vier Mal am Tag essen, trinke Tee und genieße ein Stück Kuchen.“ Straub betont: „Ich würde ohne ihre Salate und Sandwiches sterben.“

Ein blick auf die vergangenheit

Brooklyn Heights hat eine beeindruckende literarische Vergangenheit: Truman Capote, Walt Whitman, Carson McCullers – viele bedeutende amerikanische Autoren haben hier gelebt. Ein Ort, der nicht nur für seine moderne Lebensart, sondern auch für seine reiche Geschichte steht.

Fazit

Straubs Brooklyn ist mehr als nur ein Stadtteil; es ist ein Mikrokosmos, der sich in ihren Büchern und ihren Empfehlungen widerspiegelt. Ein Ort, an dem man sich zu Hause fühlt – und der auch andere inspirieren kann.