Accessoires-comeback: so tragen wir trends aus großmutters zeiten

Die Laufstege der großen Modehäuser präsentieren für Herbst/Winter 2026/27 eine überraschende Wende: Weg von der schieren Kleidung, hin zu Accessoires, die in ihrer Vielfalt und Eigenständigkeit glänzen. Es ist ein Aufruf, das Erbe zu würdigen und den eigenen Stil mit einem Augenzwinkern neu zu interpretieren – ein Statement gegen die Schnelllebigkeit der Mode.

Der opera-handschuh: eine rückkehr glamouröser eleganz

Ein einzelnes Accessoire hat sich dabei besonders hervorgetan: der Opera-Handschuh. Von Julie Kegel bis Pieter Mulier, er tauchte überall auf und verlieh jedem Outfit einen Hauch von Mid-Century-Glamour. Es ist die Art von Detail, das eine schlichte Jumpsuite in ein Statement verwandelt oder einem kanadischen Tuxedo eine unerwartete Note verleiht. Der Handschuh ist zurück – und er ist hier, um zu bleiben.

Doch die Trendwende geht weiter. Die Perlenkette, lange ein Symbol für konservative Eleganz, erlebt eine psychedelische Renaissance. Chanel wagte den Sprung ins Surreale mit irisierenden Tropfenohrringen und -ketten, die auf metallischem Tweed widerhallten. Matières Fécales präsentierte hingegen eine provokante Ballgag – ein Detail, das die Grenzen des Konventionellen auslotet. Es geht nicht darum, die Tradition zu verwerfen, sondern sie zu dekonstruieren und neu zu interpretieren.

Farbexplosionen und fuzzy-feeling: accessoires setzen akzente

Farbexplosionen und fuzzy-feeling: accessoires setzen akzente

Farblich dürfen wir uns auf unerwartete Kombinationen freuen. Der „Split Pea Soup“-Grünton, inspiriert von den ikonischen grünen Sesseln im Jardin des Tuileries, setzt neue Akzente. Loewe und Chanel setzen auf ein flauschiges Gefühl, präsentieren Handtaschen in kuscheliger Textur. Die Silhouette der Taschen wird dabei durch die Textur selbst definiert.

Auch Schmuck folgt dem DIY-Prinzip: Je mehr Charms, Knöpfe und Nippes, desto besser. Schiaparelli demonstriert, wie man eine Chunky-Kette auch am Handgelenk tragen kann. Und wer sich traut, sollte auch einen Hut nicht scheuen: Von Hermès’ sportiven, pelzbesetzten Kappen bis zu Yohji Yamamotos avantgardistischen Kopfbedeckungen ist alles erlaubt. Stephen Jones für Givenchy kreierte sogar Seidentücher, die wie Turbane getragen werden können.

Kiko Kostadinov ließ sich von der Vogelbeobachtung inspirieren und präsentierte sportive Sonnenbrillen, die passend zum Trend eine Aufforderung sind, die Hobbys zu erweitern. Denn was wäre ein Vogelbeobachter ohne ein gutes Paar UV-geschützte Sonnenbrillen und ein Paar Ferngläser?