Mode-crash: designer-szene im freien fall – neue unterstützung für us-kreative

Die US-Modebranche sehnt sich nach dringendem Rettungsanker. Ein wirtschaftlicher Einbruch und die Insolvenzen großer Online-Händler haben die Lage für unabhängige Designer in den USA dramatisch verschärft. Nur wenige Monate nach den Fusionen von Saks und Neiman Marcus kämpft der Sektor erneut mit existentiellen Problemen.

Schwierige zeiten für junge talente

Die ersten Finalisten des Fashion Trust US (FTUS) äußerten bereits 2022 den dringenden Bedarf an konkreter Unterstützung. Doch seitdem sind Matches, Farfetch und Ssense in die Insolvenz gegangen. Die steigenden Produktionskosten, die Auswirkungen von Handelszöllen und der zunehmende Wettbewerb im Online-Handel machen es den kleinen und mittelständischen Marken schwer, zu überleben.

Während Städte wie Paris und Mailand mit robusten Förderprogrammen für Design-Talente ausstatten, bleibt die institutionelle Unterstützung in den USA bislang marode. Es fehlen staatliche Mittel und Wettbewerbe. Der CFDA/Vogue Fashion Fund ist zwar die wichtigste Initiative, aber mit über 8 Millionen Dollar an Zuwendungen reicht sie bei der Größenordnung der USA kaum aus.

Ftus als hoffnungsträger

Ftus als hoffnungsträger

Tania Fares, Gründerin des FTUS, will die Unterstützung für amerikanische Designer deutlich erhöhen. „Das System hier ist schnell und stark kommerzialisiert. Die Unterstützung hat noch nicht Schritt gehalten“, erklärt sie. „Es gibt starke Initiativen, aber nicht genug von ihnen – besonders angesichts der Größe der Vereinigten Staaten.“

Die FTUS-Finale, darunter Lii-Gründer Zane Li, sind etablierte Marken mit mehr als vier Jahren Erfahrung – ein bewusster Ansatz von Fares. Sie sucht nach etablierten, aber wachsenden Designern, die bereits eine gewisse Basis haben.

Preise und mentoring

Preise und mentoring

Die diesjährige Preisverleihung in Los Angeles zeichnete Kreative wie Ashlyn’s Ashlynn Park und AnOnlyChilds Maxwell Osborne aus. Insgesamt wurden 600.000 Dollar an Preise vergeben, finanziert durch Spenden, Gala-Einnahmen und die Unterstützung von Google. Zudem erhalten die Preisträger Zugang zu einem Mentoring-Programm, geleitet von Leonardo Lawson. Dieser bietet individuelle Beratung, um die Marken zu stärken und nachhaltiges Wachstum zu fördern.

Erfolgsrezept: netzwerk und expertise

„Finanzielle Unterstützung allein reicht nicht aus“, betont Lawson. „Designer brauchen Führung und strategische Beratung.“ Die Mentoren sind Experten aus der gesamten Fashion-Branche und verfügen über Erfahrung mit sowohl großen als auch kleinen Unternehmen. Ein erfolgreiches Beispiel ist Diotima, deren Gründerin Rachel Scott dank des Preises eine erfolgreiche Modenschau veranstalten konnte.

Die zukunft der us-mode

Die FTUS setzt auf eine gezielte Förderung und auf den Aufbau eines starken Netzwerks. Die Initiative zielt darauf ab, nicht nur finanzielle Unterstützung zu leisten, sondern auch Designer mit einem echten Mehrwert zu versorgen – eine wichtige Entwicklung für die US-Modeindustrie, die sich derzeit in einer turbulenten Phase befindet. Die Konkurrenz ist groß und die Trends ändern sich rasant, doch die Mode hat das Potenzial, Menschen aus allen Schichten zusammenzubringen und gemeinsam nach vorne zu blicken – ein Ziel, das die FTUS konsequent verfolgt.