Mode-crash: designer-boom in den usa – bankruptcies und fehlende unterstützung
Die amerikanische Modebranche befindet sich in einer tiefgreifenden Krise. Nach dem verheerenden Börsengang von Matches, Farfetch und Ssense, sowie der Restrukturierung von Saks Global, steht der unabhängige Designer längst nicht mehr so rosig da wie 2022. Die Folge: Kleine Labels erleiden hohe Verluste und kämpfen ums Überleben.
Ein hoffnungsschimmer: der fashion trust us
Der Fashion Trust US, gegründet von Tania Fares, will Designerinnen und Designer mit zusätzlicher Unterstützung entlasten. Doch auch hier gibt es Herausforderungen. Vier Jahre nach der Gründung des Programms fehlt es in den USA weiterhin an staatlicher Förderung und etablierten Wettbewerben wie in Paris oder Mailand.

Die realität hinter dem glamour
Während die großen Player wie Saks sich neu orientieren, müssen sich viele kleine Marken mit den Folgen der Wirtschaftskrise auseinandersetzen. Zuzüglich neuer Zollsätze, die die Produktionskosten in die Höhe treiben, verschärft sich die Lage zusätzlich. Die finanzielle Situation ist angespannt, und viele Marken bleiben von den Einnahmen unberührt.

Fares’ appell: mehr als nur geld
Tania Fares betont, dass die Branche ein hohes Tempo hat und die Unterstützung noch nicht Schritt halten kann. „Das System ist schnell und sehr kommerziell“, erklärt sie. „Es braucht mehr Initiativen – vor allem angesichts der Größe der USA.“
Newcomer und etablierte marken
Der Wettbewerb um die begehrten Preise des Fashion Trust US ist groß. Diesjährigen Preisträger Zane Li von Lii, der vor zwei Jahren sein Label in New York gegründet hat, dankte dem Fashion Trust, den Jurys und den Stylisten Kara Welch und Jason Rider. Auch Ashlyn’s Ashlynn Park, Advisry’s Keith Herron und AnOnlyChild’s Maxwell Osborne und Kristy Chen waren nominiert – allerdings bereits seit mehreren Jahren im Business.
Die strategie von fares: erfahrung zählt
Fares legt Wert auf eine gewisse Etablierung der Bewerber. „Es war sehr wichtig für mich, dass die Bewerber zwischen zwei und sieben Jahren im Geschäft sind. Sie sollten nicht mehr als drei oder vier Jahre jung sein“, so die Gründerin. „So sind sie etwas etablierter und weniger anfällig für kurzfristige Schwankungen.“
Mentoring als schlüssel
Ein entscheidender Punkt des Programms ist das Mentoring-Programm, geleitet von Leonardo Lawson. Die Mentoren aus der Fashion-Branche bieten individuelle Beratung in Bereichen wie Finanzen und Marketing an. „Finanzielle Unterstützung allein reicht nicht aus“, betont Fares. „Designer brauchen Orientierung.“
Der weg nach vorn
Die Zahlen sprechen für sich: Der Fashion Trust US hat die Bewerberzahl in den letzten Jahren deutlich gesteigert. Die 16 Finalisten dieses Jahr zeugen von wachsendem Interesse. Doch die Herausforderungen bleiben – für die amerikanische Modebranche gilt es, sich neu zu erfinden und eine nachhaltige Strategie zu entwickeln. Die Unterstützung muss mit der Realität Schritt halten, sonst droht der Crash.
