Lanvin group: fehlende umsätze treffen luxuskonzern
Ein deutlicher Einbruch: Der Lanvin Group verzeichnete im Geschäftsjahr 2025 einen Umsatzrückgang von 18 Prozent auf 240 Millionen Euro. Der angeschlagene Konzern, zu dem auch Marken wie Wolford, Sergio Rossi und St. John gehören, kämpft mit schwierigen Marktbedingungen und den Folgen einer umfassenden Transformation.

Die suche nach stabilität in turbulenten zeiten
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Der Bruttogewinn sank von 172 Millionen Euro im Jahr 2024 auf 140 Millionen Euro. Ein Rückgang des Verkaufsvolumens über alle Marken hinweg ist dafür verantwortlich. Doch es gibt auch Lichtblicke: Das bereinigte EBITDA konnte von -94 Millionen Euro im Vorjahr auf -90 Millionen Euro gesteigert werden. Diese Verbesserung ist vor allem auf gezielte Filialschließungen und eine restriktive Kostenkontrolle zurückzuführen.
Der Direktvertrieb (DTC) bleibt das stärkste Standbein des Konzerns und macht 68 Prozent des Umsatzes aus. Sowohl Lanvin als auch Wolford konnten in diesem Bereich im zweiten Halbjahr 2025 Verbesserungen verzeichnen. Besonders in Nordamerika zeigten sich die Umsätze als “relativ robust”, während in Europa, dem Mittleren Osten und Afrika sowie in China die Nachfrage nachließ.
Lanvin verzeichnete einen Umsatzrückgang von 30 Prozent auf 58 Millionen Euro, was das Unternehmen auf seine anhaltende Neupositionierung und die Optimierung des Einzelhandelsnetzwerks zurückführt. Hier gab es jedoch positive Signale im zweiten Halbjahr, nachdem Peter Copping seine erste Kollektion vorgestellt hatte. Wolford musste ebenfalls einen Umsatzrückgang von 14 Prozent auf 76 Millionen Euro hinnehmen, wobei die erste Jahreshälfte unter logistischen Problemen litt. Die Verfügbarkeit der Produkte verbesserte sich jedoch im weiteren Verlauf des Jahres. Marco Pozzo wurde im Februar zum neuen CEO befördert, um die Marke wieder auf Kurs zu bringen. Sergio Rossi verzeichnete einen Umsatzrückgang von 30 Prozent auf 30 Millionen Euro, während St. John einen leichten Rückgang von 1 Prozent auf 78 Millionen Euro hinnehmen musste.
Für 2026 erwartet das Unternehmen Fortschritte, die auf “erneuertem kreativen Schwung, gestärkter Führung über das gesamte Portfolio und einem fokussierteren Geschäftsmodell” basieren sollen. Der Transformationsplan soll in diesem Jahr abgeschlossen werden.
Die aktuell schwierige Marktsituation trübt zwar die Aussichten, doch die Maßnahmen des letzten Jahres haben die Basis für eine verbesserte Performance und nachhaltiges Wachstum gelegt. Doch die Frage bleibt: Kann der Lanvin Group die Transformation tatsächlich in eine erfolgreiche Neuausrichtung verwandeln, oder wird die Gruppe weiterhin unter dem Druck sinkender Umsätze leiden? Die Antwort wird in den kommenden Quartalen deutlich werden, während der Konzern versucht, die Balance zwischen kreativer Neuerung und finanzieller Stabilität zu finden. Die Zahlen von heute zeigen, dass der Weg dorthin steinig ist.
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