Kering entkräftigt: umsatzflahe erste quartale – gucci im aufschwung

Kering hat im ersten Quartal 2026 einen flachen Umsatz von 3,57 Milliarden Euro vermeldet. Eine enttäuschende Nachricht für die Luxusgruppe, die dennoch Hoffnungsschimmer birgt.

Gucci als rettungsanker: verkäufe sinken, aber mit wachstumspotenzial

Während die Gesamtumsätze der Fashion- und Lederwaren-Sparte um 3% sanken – deutlich unter den Erwartungen der Analysten –, zeigte sich Gucci mit 8% Rückgang im Vergleich zum Vorjahr eine leichte Verbesserung. CEO Luca de Meo kündigte eine umfassende Turnaround-Strategie an, die sich auf Kunde, Vertrieb und vor allem das Produktsortiment konzentriert. Die Neugestaltung des Produktportfolios und eine Fokussierung auf Produktkategorien sollen die Marke wieder auf Kurs bringen.

Ein wichtiger Faktor ist der allmähliche Rollout der Designs von Pierpaolo Piccioli bei Balenciaga. „La Famiglia“ erwies sich als Publikumsmagnet, repräsentiert über 7-8% der SKUs und Umsätze im Q1. Auch Primavera, mit ihrer „See-Now-Buy-Now“-Strategie, generierte positive Reaktionen.

Regionale unterschiede: nordamerika positiv, asien und europa schwächeln

Regionale unterschiede: nordamerika positiv, asien und europa schwächeln

Die Umsatzentwicklung war regional sehr unterschiedlich. Während Nordamerika mit einem Aufschwung von 9% überraschte, sanken die Verkäufe in Westeuropa um 7%, in Japan um 3% und in der Asia-Pazifik-Region um 4%. Im Mittleren Osten, der aktuell rund 5% des Kering-Einzelhandelsumsatzes ausmacht, lag der Rückgang bei 11%. Die Fokussierung auf China ist daher von zentraler Bedeutung.

Juwelen und accessoires: wachstum in nischensegmenten

Juwelen und accessoires: wachstum in nischensegmenten

Trotz der Gesamtflaute zeigten einige Bereiche Wachstum. Die Schmuckdivision, bestehend aus Boucheron, Pomellato, Dodo und Qeelin, legte um 22% zu, mit 269 Millionen Euro. Auch Eyewear profitierte mit einem Anstieg von 7% auf 489 Millionen Euro.

Kritische einschätzung: „der markt glaubt schneller an eine erholung als sie tatsächlich eintritt“

Analysten wie Luca Solca von Bernstein warnen: „Der Markt glaubt schneller an eine Erholung als sie tatsächlich eintritt.“ Kering muss nun beweisen, dass die Strategie von CEO de Meo greift. Die Capital Markets Day am 16. April in Florenz wird entscheidend sein, um die Zukunftspläne der Gruppe zu erläutern. Die Aufgabe ist klar: Alle Marken – mit Ausnahme von McQueen – sollen wieder ein Full-Year-Wachstum erzielen. McQueen befindet sich derzeit in einer Restrukturierung, die Kostensenkungen vorsieht.