Gnomengewand! chelsea flower show mit einem hauch von wahnsinn

Die Aufforderung war simpel: "Was wollen Sie sehen?" – so begann meine Übergabe des Pressepasses für die RHS Chelsea Flower Show. Aber dieses Jahr ging es nicht darum, was ich sehen würde, sondern wer. Kein Interesse an den königlichen Gästen im King’s Foundation Curious Garden, sondern eine ebenso illustre und erwartete Truppe: eine Horde Gartenfiguren.

Gnomengewand: eine seltene erscheinung

Seit 1927 sind Gärtnermännchen auf der Chelsea Flower Show verboten – zunächst als Statuen, dann pauschal. Nur 2013, zum Hundertjährigen Jubiläum, wurde die Regel vorübergehend gelockert. Nun, für eine Spendenaktion zur Förderung des Gartenbaus in Schulen, sind sie wieder dabei – in Form von von Celebrities wie Cate Blanchett, Dame Mary Berry und Sir Brian May gestalteten Figuren, die im versteckten Auktionsrausch aktuell 900 Dollar für Blanchetts Kreation, 3000 Dollar für Mays und 400 Dollar für Berrys einbringen.

Die Auktion endet am Sonntag, den 24. Mai. Blanchetts Gnom, ein echter Hingucker mit seinem roten, fransenbesetzten Hut, seinem blauen Gesicht und dem grünen Cape, reflektiert die Farbgebung und Textur-Liebe der Künstlerin – und könnte kaum mehr mit den Designs von Margiela, Louis Vuitton oder Stella McCartney konkurrieren. Bei den Cannes Film Festival war sie in einem floralen Kleid von Sarah Burton für die Herbstkollektion von Givenchy zu Gast, das mit auffälligen, orange-roten Fransen verziert war.

Mehr als nur blumen – ein exzentrisches highlight

Mehr als nur blumen – ein exzentrisches highlight

Über die Flower Show hinaus lockte ein kostenfreier Blumenvierwald, mit einem Saturn aus säurigem Orange Ranunkel, einem vier Meter hohen blühenden Drachen und einem Pegas. Die Cartier-Filiale wurde von opulenten Rosen umrahmt. Am Eingang zur eigentlichen Flower Show nahm ich meinen Pressepass entgegen und eilte direkt zum King’s Garden. Eine Schlange bildete sich um seinen Rand, doch die von Prominenten besetzten Gnom-Vitrine war in einem Glasgehäuse etwas abseits gelegen, gegenüber einer Informationsstelle und einem Champagner- und Fisch-Stand. Blanchetts Gnom, ein wahres Modebeispiel, nippte an Pimm’s – dem Getränk der Saison. Ein unauffälliges, graubärtiges Gnom versteckte sich zwischen den Pflanzen – eine Hommage an die Highgrove-Figur, die angeblich alleine ihre Position ändert. Die Gnom-Befürwortung, laut Wikipedia, geht auf den römischen Namen "gnomus" zurück, was "Erdenbewohner" bedeutet. Die Römer betrachteten sie als Gartenwächter und Schutz vor bösen Geistern. Eine eher abwegige Vorstellung, muss man sagen.

Die Entscheidung, den Gnom-Verbot für diese Sondermodelle aufzuheben, begründete RHS-Generaldirektorin Clare Matterson mit dem Wunsch, dass die Menschen spielerisch mit ihrem Garten umgehen. Comedian Bill Bailey erinnerte die Presse an die Herkunft des Namens: "Gnom kommt aus dem Lateinischen, 'gnomus', was 'Erdenbewohner' bedeutet." Die Könige schätzten Gärtnermännchen auch in ihren Privatgärten, wie in Highgrove. Es ist ein Detail, das die Show zu etwas Besonderem macht – denn wer würde sich schon einen Gnom wünschen?