Wenstvenliche premiere: venezia filmfest wird ausgefallen – star-ensemble enttäuscht
Die 83. Filmfestspiele von Venedig versprechen eine pompöse Rückkehr, doch die Reality sieht deutlich weniger glitzernd aus. Zahlreiche hochkarätige Titel, die ursprünglich die gelb-blaue Teppichfläche erobern sollten, ziehen überraschend nach – und das ist keineswegs eine Seltenheit in der Filmwelt.
Iñárritu, sorkin und fincher ziehen ab – star-ensemble dezimiert
Alejandro González Iñárritu’s “Digger” mit Tom Cruise, Aaron Sorkins “The Social Reckoning” mit Jeremy Strong als Mark Zuckerberg, David Finchers Fortsetzung von “Once Upon a Time… in Hollywood” – “The Adventures of Cliff Booth” mit Brad Pitt, sowie die viel diskutierte Premiere von Tom Ford’s “Cry to Heaven” mit Adele als Newcomer und Tony Gilroys “Behemoth!” mit Pedro Pascal, sind nur einige der Namen, die die Liste der erwarteten Stars verlassen. Ein wahrlich beachtliches Aussterben, das die Festival-Ära in Frage stellt.
Trotz dieser Enttäuschungen ist die Line-up für die kommenden Tage dennoch beeindruckend. Maggie Gyllenhaal leitet das diesjährige Festival-Jury, während George Clooney und Ellen Burstyn mit ihren Lebensleistungen geehrt werden. Es erwarten uns temporeiche Thriller, skurrile Romane und, wie es sich gehört, einige provokante Dokus. Dazu gehören unter anderem eine von Laura Poitras mitgewirkte Kurzfilmintervention über ICE, Alex Gibneys vierstündige Studie über Elon Musk und Bertoluccis epische, siebenstündige Dokumentation – alles unter der Leitung von Luca Guadagnino, sowie ein Blick hinter die Kulissen des kürzlichen Oasis-Comeback-Tour.

Die top 10 – ein blick auf die highlights
Martin McDonaghs “Wild Horse Nine” gilt als der unangefochtene Favorit auf den Golden Lion. Der Regisseur hinterließ mit “The Banshees of Inisherin” und “Three Billboards Outside Ebbing, Missouri” in den letzten Jahren bereits große Wellen und auch hier verspricht eine Oscar-nominierte Produktion. Der Film entführt in die mystischen Mauern der Osterinsel kurz vor dem chilenischen Militärputsch von 1973, verfolgt zwei unkonventionelle CIA-Agenten, die einen Staatsstreich planen, und wirft dabei die Fäden eines jungen, rebellischen Paares in ihren Bann. Parker Posey, Steve Buscemi und Tom Waits komplettieren das Ensemble.
Auch Penélope Cruz und Javier Bardem brillieren in “Bunker”, einer packenden Familiensaga von Florian Zeller. Der Regisseur von “The Father” und “The Son” entführt die beiden Schauspieler in eine klaustrophobische Geschichte über einen Architekten, der im Auftrag eines skrupellosen Tech-Moguls ein unüberwindbares, geheimes Bunkersystem entwirft. Ein Projekt, das sein Leben, seine Ehe und die Familie in den Schatten stellt. Paul Dano, Stephen Graham und Patrick Schwarzenegger verstärken die Besetzung.

Die verpflichtungen der stars – gallagher-brüder im rampenlicht
Ein besonderes Highlight ist die Rückkehr von Noel und Liam Gallagher, die die Premiere von “Oasis: Don’t Look Back in Anger” gemeinsam besuchen werden. Der Film, der von Steven Knight geschrieben und von Lovelace und Southern gedreht wurde, bietet einen exklusiven Blick hinter die Kulissen der Reunion der britischen Rock-Legenden. Die beiden Brüder werden erstmals seit über 25 Jahren gemeinsam auftreten – ein ungewöhnliches Ereignis, das selbst die hartgesottensten Fans überraschen wird.
Ein blick in die zukunft – versprechen und enttäuschungen
Die kommenden Tage in Venedig werden somit zu einem Wettlauf der Hoffnungen und Erwartungen. Während einige Star-Projekte ausfallen, verspricht das Festival dennoch eine vielfältige und spannende Auswahl an Filmen zu bieten. Die Frage ist, ob die Premiere gelingt und ob die Spannung, die in der Luft liegt, der Realität gerecht wird. Ein Blick auf die zukünftigen Filme verspricht Spannung, aber auch einiges an Ungewissheit. Die Spannung ist greifbar. Ein unvergessliches Erlebnis wird es sicher sein.