Skandalöse bühnenprüge und verbotene leidenschaften: cowards 'fallen angels' erleben wiederauferstehung
Eine Telefonkordel, die eine Bühnenfee aus ihrem eleganten Abendkleid reißt – so begann der Abend für Kelli O’Hara in der Broadway-Produktion ‚Fallen Angels‘. Ein unplanmäßiges, aber unvergessliches Highlight, das Regisseur Scott Ellis beibehalten hat.

Ein tanz auf der drahtseilbahn der improvisation
Was als chaotische Dinnerparty begann, entwickelte sich zu einer Reihe von skurrilen Aktionen zwischen O’Hara und ihrer Co-Star Rose Byrne. Die beiden Schauspielerinnen scheuen sich nicht, die Grenzen des Theaters auszutesten – und das Publikum scheint es zu genießen. Eine humorvolle Auseinandersetzung, die weit über das bloße Lachen hinausgeht.
Die Geschichte dreht sich um zwei Frauen, Julia und Jane, die beide um den gleichen Mann kämpfen – Maurice, gespielt von Mark Consuelos. Was als entspannter Wochenendausflug für die Ehemänner beginnt, wird zu einem explosiven Wirbelwind aus Eifersucht, Intrigen und ungestillter Sehnsucht. Die Handlung ist inspiriert von Noël Cowards komödiantischer Tradition, die in den 1920er Jahren für ihre freizügigen Darstellungen von Ehebruch und Vorabepunkten fast verboten wurde.
Die opulenten Sets und Kostüme der Inszenierung stehen in scharfem Kontrast zu Rose Byrnes letztem Film, ‚If I Had Legs I’d Kick You‘, der ein ehrliches Porträt der modernen Mutterschaft darstellt. Doch 100 Jahre später bleiben Cowards Fragen nach Liebe und sexueller Erfüllung aktueller denn je. O’Hara betont, dass das Stück „ein wild transgressives Element“ besitzt, das zu offenen Diskussionen über Sexualität und Beziehungen anregt.
„Es ist erstaunlich, dass es jetzt, nach so langer Zeit, eine Wiederauferstehung gibt“, sagt Byrne. „Wir haben uns schon im Probenraum über die Natur der Sexualität und romantischen Beziehungen unterhalten. Es ist ein uraltes Thema, das Menschen bewegt und Meinungen hervorruft.“ O’Hara fügt hinzu: „Ich liebe es, an dieser Grenze zu wippen. Ich liebe es, Teil von etwas zu sein, das überraschen soll. Wenn Sie überrascht sind, dann wollen wir weitermachen.“
Die Dynamik zwischen den Schauspielerinnen ist elektrisierend. „Jeden Abend ist es ein neues Abenteuer – was jemand wirft“, erklärt O’Hara. „Wir versuchen, uns nicht gegenseitig zu lachen.“ Trotz des aufregenden Humors liegen tiefere Gedanken unter der Oberfläche verborgen – die Sehnsucht nach Aufmerksamkeit und Anerkennung der Frauen. Ein Stück, das 1927 nur 36 Aufführungen lief und erst 1956 eine zweite Chance erhielt. Doch nun scheint sich alles zu ändern. ‚Fallen Angels‘ wird voraussichtlich eine neue Generation von Zuschauern begeistern.
