Gears of war: der film braucht zeit – und eine seele

Zwanzig Jahre. So lange liegt es nun hinter uns, seit Gears of War wie ein monströses Biest aus der Xbox 360 brach. Eine Reihe, die das Third-Person-Action-Horror-Genre definierte, und deren Verfilmung seit 2007 in der Schwebe hängt. Nun scheint sich der Knoten zu lösen, doch wer auf einen schnellen Release hofft, wird enttäuscht – denn die Verantwortlichen legen Wert auf eine Qualität, die über bloße Spektakel hinausgeht.

Die entwicklung zieht sich: warum geduld gefragt ist

Kelly McCormick, Produzentin von 87North Productions, betont in einem exklusiven Gespräch, dass der Fokus auf den Charakteren und dem Universum liege. Es gehe nicht darum, das Projekt überstürzt in die Kinos zu bringen. Das ist keine leere Floskel, sondern ein Bekenntnis zu einem Anspruch, der in der heutigen Hollywood-Landschaft allzu oft verloren geht. Gerade im Zuge der aktuellen Videospieladaptions-Euphorie ist es umso wichtiger, sich von der Masse abzuheben. 87North weiß, dass Gears of War mehr ist als nur ein Shooter.

Die Reihe, die uns in eine düstere Zukunft auf dem erdähnlichen Planeten Sera entführt, ist geprägt von einem komplexen Krieg zwischen der Coalition of Ordered Governments (COG) und der Locust Horde – einer Untergrundrasse von Monstern, die die Menschheit bedroht. Der erste Teil beginnt 14 Jahre nach „Emergence Day“ (E-Day), als der ehemalige Soldat Marcus Fenix aus dem Militärgefängnis geholt wird, um in einer letzten Mission den Krieg zu beenden. In Gears 5 übernimmt Kait Diaz, eine ehemalige Rebellin, die Suche nach den Ursprüngen der Locust Horde. Eine Geschichte von Krieg, Verlust, Brüderlichkeit und – überraschend – Humor.

Mehr als nur adrenalin: die seele der geschichte

Mehr als nur adrenalin: die seele der geschichte

Was die Reihe von anderen Actionspielen unterscheidet, ist ihre düstere und melancholische Atmosphäre, die an Kriegsdramen wie Saving Private Ryanoder Black Hawk Down erinnert. Der legendäre Teaser-Trailer des ersten Teils, inszeniert von Joseph Kosinski, etablierte diesen Tonfall und trug maßgeblich dazu bei, Gears of War von der Konkurrenz abzuheben. McCormick unterstreicht, dass die Filmemacher diesen Aspekt beibehalten wollen: „Was uns am meisten begeistert, ist, dass Gears of War im Kern nicht nur Spektakel ist. Es geht um Brüderlichkeit, Opferbereitschaft, Überleben und Humor angesichts unmöglichen Umständen.“

Die aktuelle Phase der Entwicklung konzentriert sich auf das Schreiben des Drehbuchs. „Dieser Schritt ist so wichtig, besonders bei einem Projekt wie Gears, weil man nicht nur ein Spiel adaptiert, sondern ein cineastisches Erlebnis schafft, das das liebt, was die Fans lieben, und gleichzeitig als großartiger Film auf eigenen Füßen steht“, so McCormick. Es ist ein ambitioniertes Vorhaben, das Zeit braucht – Zeit, um die Charaktere, die Welt und die Geschichte in den richtigen Rahmen zu setzen.

Die Produktion befindet sich noch in einem frühen Stadium. Es gibt weder Cast, noch eine Handlungsskizze oder ein festes Releasedatum. Doch angesichts der Hingabe, die die Verantwortlichen zeigen, und der enormen Fangemeinde, die auf eine filmische Adaption wartet, ist eines klar: Gears of War wird zurückkehren – und zwar mit der nötigen Sorgfalt und dem Anspruch, der der Reihe zusteht.