Bardem kehrt zurück: "cape fear"-neuauflage verspricht nervenflattern

Javier Bardem, der uns mit seiner Darstellung des Anton Chigurh in "No Country for Old Men" nachhaltig verstörte, ist zurück – und diesmal will er uns den Atem rauben. Apple TV+ wagt sich an eine Neuinterpretation des Klassikers "Cape Fear“ heran, die ab dem 5. Juni gestartet wird. Der erste Trailer ließ bereits erahnen: Es wird düster.

Ein albtraum wird realität

Die Geschichte, die ihren Ursprung in John D. MacDonalds Roman "The Executioners" hat und bereits 1962 sowie 1991 unter der Regie von Martin Scorsese verfilmt wurde, erzählt von Max Cady (Bardem), einem aus dem Gefängnis entlassenen Mörder, der Rache an der Anwaltsfamilie Bowden nehmen will. Cady behauptet, die Bowdens hätten Beweismittel unterdrückt, die seine Unschuld beweisen hätten können. Patrick Wilson und Amy Adams schlüpfen in die Rollen von Nick Nolte und Jessica Lange aus dem Scorsese-Film und müssen sich dem psychologischen Terror von Bardem stellen.

Doch es gibt einen entscheidenden Unterschied zur bekannten Vorlage: Diese Neuauflage scheint noch tiefer in den Abgrund der menschlichen Seele vorzudringen. Während Robert De Niro in Scorseses Version einen unberechenbaren, aber immer noch irgendwie „menschlichen“ Bösewicht verkörperte, scheint Bardems Cady von einer unheimlichen, geradezu dämonischen Kraft beseelt zu sein. Die subtilen Andeutungen, die in den kurzen Szenen des Trailers zu sehen sind, sind verstörend: Tattoos, die an satanische Rituale erinnern – schwebende Augen, eine Sense, die von einem Grim Reaper gehalten wird – lassen keinen Zweifel daran, dass hier nicht nur ein Straftäter, sondern eine Verkörperung des Bösen selbst am Werk ist.

Spielbergs rolle und scorseses segen

Spielbergs rolle und scorseses segen

Die Produktionsgeschichte von "Cape Fear“ ist fast ebenso faszinierend wie der Film selbst. Ursprünglich sollte Steven Spielberg die Regie übernehmen, doch angesichts der gewalttätigen Inhalte entschied er sich, Martin Scorsese die Chance zu geben. Ein Deal war der Deal: Scorsese wiederum gab Spielberg die Möglichkeit, „Schindlers Liste“ zu realisieren. Nun kehrt Scorsese als ausführender Produzent zurück, um diesen Neustart zu unterstützen – ein Zeichen dafür, dass er das Potenzial dieses düsteren Stoffes anerkennt.

Mehr als nur ein remake?

Mehr als nur ein remake?

Ob diese neue Interpretation des Klassikers tatsächlich die dunkle Magie der Scorsese-Version einfangen kann, bleibt abzuwarten. Doch eines ist klar: Javier Bardem liefert eine Performance ab, die seinesgleichen sucht. Die Verzweiflung von Patrick Wilson und Amy Adams, die von Bardems unerbittlichem Terror heimgesucht werden, verstärkt den beklemmenden Eindruck noch zusätzlich. Die Serie verspricht, einen neuen Maßstab für psychologischen Horror zu setzen und die Zuschauer in ihren Grundfesten zu erschüttern. Die Tattoos, die Bardem zieren, sind nicht einfach nur Körperkunst; sie sind ein Spiegelbild der inneren Dunkelheit, die er verkörpert – und sie sind deutlich unheilvoller als die eher konventionellen Gefängnistätowierungen von De Niro.