Metcalf erobert ‘death of a salesman’ – ein comeback mit mikrofon und eisernem willen
Laurie Metcalf, die Ikone des Steppenwolf Theaters, kehrt mit einer intensiven Interpretation von Arthur Millers Klassiker auf die Bühne zurück. Doch dieser Auftritt ist anders – und viel persönlicher. Der riesige Winter Garden Theater in New York wird mit ihrer Präsenz und der außergewöhnlichen Leistung von Nathan Lane gefüllt.
Ein jahrzehnt des wartens und der vorsicht
Seit dem Shutdown ihrer ‘Who’s Afraid of Virginia Woolf?’ Produktion im Pandemiejahr 2020 hat Metcalf ein unfassbares Loch in ihrem Bühnenleben hinterlassen. Drei Jahre – ein Jahrzehnt für ein Theaterdarsteller – vergingen, bevor sie 2023 mit ‘Grey House’ wieder in das Rampenlicht zurückkehrte. Und nun, mit ‘Death of a Salesman’, hat sie sich eine Herausforderung nicht nehmen lassen, die sie bewusst meidet hat.

Ein mikrophon als neuland
Metcalf, eine Verfechterin des traditionellen Theaters, offenbarte überraschend: „Ich bin so alt und old-school, dass ich erst jetzt angefangen habe, ein Mikrofon zu tragen.“ Die Technik, die sie bisher meidet hat, sei nun “das erste Mal, dass ich ein Mikrophon trage, das wirklich das schwere Gerät stemmt“. Ein Detail, das die Produktion zu einem einzigartigen, luxuriösen Erlebnis macht.

Ein traum, der jahrzehnte dauerte
Die Produktion, ein ehrgeiziges Projekt von Regisseur Joe Mantello und Nathan Lane, war seit den 90er Jahren in der Schwebe. Metcalf wurde erst vor etwa einem Jahrzehnt in die Pläne einbezogen. Diese Zeit war geprägt von Geduld, strategischem Handeln und – laut Metcalf – einer strikten Regel: Sie hat sich sämtliche Aufführungen des Stücks gänzlich verknecht. Die Spannung war enorm, und die Erwartung war fast unerträglich.
Miscast und die persönliche verbindung
Metcalf gibt offen zu, dass sie in der Vergangenheit oft als „miscast“ wahrgenommen wurde. „Ich war schon oft miscast“, gesteht sie. Besonders in den frühen Jahren des Steppenwolf Theaters, als es wenige Rollen für junge Schauspieler gab, wurde sie entweder als Teenager oder als Großmutter dargestellt. Diese Erfahrungen haben sie jedoch gestärkt und gelehrt, sich in jede Rolle hineinzuversetzen. “Little Bear Ridge Road” war der erste Auftrag, der ihr wirklich zugeordnet wurde, und sie fühlte sich sofort zugehörig.
Die kamera – eine herausforderung
Die Arbeit mit Dan Levy und der lockere Kamerastil in ‘Big Mistakes’ und ‘Getting On’ haben Metcalf einen neuen Blick auf die Film- und Fernsehproduktion eröffnet. „Kameras sind schrecklich“, erklärt sie. „Ich will nie wieder in einen Raum mit einer Kamera.“ Die Spontaneität, die Freiheit und die Kontrolle, die sie auf der Bühne genießt, sind unersetzlich. Sie bevorzugt die Nähe des Teams, die Unvorhersehbarkeit und das Risiko, das mit der Handkamera einhergeht. “Es ist alles nur mental”, betont sie, “weil manche Schauspieler es mögen – sie mögen es zu wissen, welchen guten oder schlechten Seiten sie haben, oder die technische Ausstattung zu verstehen. Ich habe das nie verstanden und will es auch nicht.”
Ein monumentales erbe
‘Death of a Salesman’ ist für Metcalf ein persönliches Karrieremoment. Ein Beweis für ihre unerschütterliche Hingabe und ihren Talent. Die Produktion, mit ihrer beeindruckenden Besetzung und der innovativen technischen Umsetzung, wird zweifellos einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Ein Denkmal für einen der größten amerikanischen Dramatiker und eine Hommage an eine der herausragenden Schauspielerinnen unserer Zeit.
